Full text : Graf Georg Kankrin in nationalökonomischer und finanzwirtschaftlicher Beziehung

—  41

ist,  spricht  ausdrücklich,  wie  auch  Kankrin  selbst  zugibt, 1 )
in  seinem  Hauptwerke  von  dem  Reichtum  der  Nationen,
worin  im  Grunde  genommen  auch  die  Begriffe  vom  Weltund
  Nationalreichtum  schon  enthalten  sind.  Neu  ist  dabei
wohl,  soweit  wir  zu  übersehen  vermögen,  nur  die  bewußte
Auseinanderhaltung  des  Nationalreichtums  und  des  Weltreichtums, ­
  die  Kankrin  dann  als  Ausgangspunkt  zur  Erklärung ­
  der  Handelsbilanz,  wie  schon  gesagt,  ihre  Dienste
geleistet  hat.  So  ist  denn  auch  der  Hinweis  Kankrins  auf
den  Unterschied  zwischen  ihm  und  A.  Smith  in  dieser
Hinsicht  wohl  begründet.  Während  nämlich  bei  Kankrin
der  Nationalreichtum  zum  Weltreichtum  in  einem  gegensätzlichen ­
  Verhältnis  steht:  Nationalreichtum  vermehrt  sich
nur  aus  dem  Weltreichtum,  —  ist  bei  A.  Smith  die  Sache
anders;  hier  gleichen  sich  die  Nationalreichtümer  in  ihrem
wechselseitigen  Verhältnis  aus. 2 )
Im  »Weltreichtum«  teilt  Kankrin  die  zum  Leben  der
Menschen  notwendigen  Güter  in  drei  Gattungen,  nämlich
in  diejenigen  des  Notwendigen,  in  die  des  Angenehmen
und  die  des  Luxuriösen  (oder  »der  hohen  Verfeinerung«),
Nur  sei  diese  Einteilung  nicht  absolut,  sondern  bloß  relativ
zu  nehmen,  d.  h.  jeweils  nach  Zeit,  Ort  und  Kultur  eines
gegebenen  Volkes  abgestuft. 3 )  In  der  »Ökonomie«,  wo  die
Summe  aller  verbrauchbaren  Güter  als  Reichtum  bezeichnet
wird, 4 )  teilt  Kankrin  den  letzteren  seinerseits  ein:  in  den
•"einen  Natur-Reichtum  und  den  erzeugten  Reichtum.
Von  dem  reinen  Natur-Reichtum  unterscheidet  Kankrin  noch
e inen  allgemeinen,  wie:  Luft,  Licht,  Wärme,  Wasser  etc.>
und  einen  speziellen,  unter  welchem  er  die  Güter  versteht,
Welche  »die  Natur  von  selbst  hervorbringt  und  die  von
seiten  des  Menschen  nur  die  Mühwaltung  fordern,  sie  zum
Genuß  zu  bringen«,  wie  z.  B.:  Lrüchte,  Kräuter  etc. 5 )
b  Weltr.  1/2.  —  2 )  Vgl.  A.  Sm.  II.  277.  —  »)  Weltr.  3.  —
4 )  Ök.  3.  -  b  ök.  4.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.