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Damit die reproduktive Arbeit einen Überschuß abwerfe,
— denn produktiv kann nach dem »Weltreichtum«
»nur die Arbeit genannt werden, welche mehr hervorbringt,
als sie, alles in Rechnung gebracht, verzehrt« 1 ) — sei noch
eine »unabhängig-schaffende Kraft« nötig, welche sich in
Form von Natur- oder Genie-Kraft äußert. So sei z. B.
rein produktiv der Ackerbau, die Vieh- und Wildzucht. 2 )
Die Produktivität des Genies trete hauptsächlich in Kunstwerken
und Entdeckungen zutage. 2 )
Bedingt produktiv nennt Kankrin endlich die Arbeit,
bei der »zwar die Naturkraft mitwirkt, dem Mißlingen und
Zufall aber Raum gegeben ist,« z. B. bei der Jagd, dem Bergbau
etc. 3 )
Die hier gekennzeichnete und von Kankrin im »Weltreichtum«
entwickelte Produktivitätslehre läßt einen wenn auch
ziemlich entfernten Einfluß des Physiokratismus vermuten,
da Kankrin ebenso wie die Physiokraten die Produktivität
nur der ländlichen Arbeit zuschreibt, während er diese dem
Gewerbe und dem Handel abspricht. Im übrigen aber, was
die Produktivität des Genies etc. betrifft, entfernt sich Kankrin
weit von den Physiokraten, die er zudem nur aus den
mangelhaften deutschen Quellen (vgl. »Biogr. Skizze« oben)
kennen gelernt und mißverstanden zu haben scheint.
Daß diese im »Weltreichtum« entwickelte Lehre von
der Produktivität nicht recht für den merkantilistischen Standpunkt
paßt, scheint auch Kankrin selbst gemerkt zu haben,
da er seine Zuflucht zu der von ihm sogenannten »Produktion«
des Genies, von der oben schon die Rede war,
dann zu der Privation, der Übervorteilung (»Vervorteilung«)
und des Raubes nimmt. Diese »Produktions«-Arten, welche
wir ausführlicher schon in dem vorhergehenden Kapitel behandelt
haben und welche in der Kankrinschen Lehre für
den Nationalreichtum von größter Bedeutung sind, 4 ) bewirken
nach Kankrin, daß das an sich reproduktive Gewerbe
i) Weltr 24. - 2 ) Weltr. 26. — 3 ) Weltr. 25. — *) Weltr. 28.