Full text: Graf Georg Kankrin in nationalökonomischer und finanzwirtschaftlicher Beziehung

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dem können künstliche Preise durch Einfuhrverbote, durch 
Staatsmonopole, aber auch durch Handelsunternehmungen: 
durch monopolistische Tendenzen, durch Spekulationen etc. 
hervorgerufen werden. 1 ) 
Was die Quellen des Einkommens betrifft, so muß man, 
ebenso wie bei der Produktivitätsfrage, zwei Entwickelungs 
phasen bei Kankrin unterscheiden, deren erstere im »Welt 
reichtum« und die andere in der »Ökonomie« ihren Aus 
druck findet. 
Wir wissen schon, daß Kankrin im »Weltreichtum«, 
in Anlehnung an die Physiokraten, »reine« Produktivität 
nur den Naturkräften zuschreiben will, daß er aber daneben 
auch die Produktivität des Genies, der Privation und des 
Raubes anerkennt und dadurch nicht nur den Ackerbau, 
wie bei den Physiokraten, sondern auch Industrie und 
Handel produktiv gelten läßt. i) 2 ) 
Der reine Ertrag (oder das Plus), welcher bei Kankrin 
den Überschuß der Produktion über den Verbrauch dar 
stellt 3 ), kommt nach den Ausführungen des »Weltreichtums« 
direkt nur dem Ackerbau und erst durch Einwirkung des 
Genies und der Privation auch der Industrie und dem 
Handel zu. 4 ) 
In der »Ökonomie« wird die Sache dadurch einfacher, 
daß hier auch die Produktivitätsfrage sich vereinfacht. Hier 
ist nämlich jede Arbeit produktiv, die irgend einen Genuß 
schafft. 5 ) Dem Handel jedoch wird auch hier die Pro 
duktivität nur insofern zugesprochen, als der Gewinn vom 
Ausland herrührt. 8 ) 
Der reine Ertrag wird sowohl im »Weltreichtum«, als 
auch in der »Ökonomie« auf dieselbe Weise verteilt, nämlich: 
auf die Rente (»Weltr.«) oder die Landrente (»Ök.«), auf den 
»billigen Gewinn« des Pächters, auf den Kapitalzins und 
auf den Arbeitslohn. In der »Ökonomie« ist anstatt des 
i) Weltr. 93. — 2 ) Weltr. 33. — 3 ) Vgl. Weltr 25, 31, 32; Ök. 97. 
■i) Weltr. 34. - 6 ) Ök. 8. - «) Ök. 23.
	        
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