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nicht der Meinung, daß die Zinsen von dem Gesetze zu
sehr eingeschränkt werden sollten, vielmehr wäre es am
besten außer den gesetzlichen Zinsen »für die Fälle, wo
nichts darüber abgemacht ist, noch einige Prozente zu er
lauben«. 1 ) Nur gegen Wucherzinsen sollte eingeschritten
werden. Die Zinsen, welche der Bodenbesitzer für sein
aufgewendetes Kapital bezieht, stecken in der Landrente. 2 )
Den Arbeitslohn haben wir in diesem Kapitel schon
früher erwähnt, als wir den Wert der Arbeit behandelten.
Allerdings entspricht dieser theoretisch festgestellte Arbeits
lohn, wie Kankrin selbst bemerkt, bei weitem nicht den
wirklichen Verhältnissen. 8 )
Die Verteilung des Nationaleinkommens unter die
Gesellschaftsklassen ist nicht gleich. Diese Ungleichheit
werde mit dem Fortschreiten der Zivilisation noch immer
größer. Dem aber sollte nicht so sein: »alle sollten das
haben, was der wahre Lohn Ihrer Arbeit ist.« 4 ) Besonders
könne gar nicht gleichgültig sein, in »welchen Händen sich
die großen Reichtümer befinden: der Bankier, der Kaufmann,
der Gewerbetreibende macht sie gelten, der große Landbe
sitzer verzehrt sie bloß nutzlos, wenn er nicht nebenbei
dem Staate dient«. 5 ) In den besten Händen sei ein mäßiger
Reichtum bei dem Mittelstände. 5 )
Der Ungleichheit des Reichtums sollen der Staat und
die Wohlhabenden wenigstens dadurch abzuhelfen suchen,
daß sie für die Armen sorgen. 6 )
Die Konsumtion der Güter, gleichviel: ob privater oder
öffentlicher, kann dreierlei Art sein: eine produktive, un
produktive und eine zerstörende. Produktiv sei die Kon
sumtion, wenn sie das Verbrauchte »durch ein anderes mit
Gewinn ersetzt oder überhaupt als Mittel zur Produktion
dient«, wie z. B. Familienindustrie; unproduktiv, wenn bei
der Konsumtion nur ein Äquivalent ohne Gewinn heraus-
>) Ök. 104. — 2 ) Ök. 24, 38. — 2 ) Ök. 22; Wehr 17. - 4 ) Ök. 197. -
5) Ök. 198. - 6 ) Ök. 198/9.