und keine Art des Anschaffens hat vor der andern an sich
Vorzüge, weil die Kräfte, welche Bergwerke bearbeiten, was
anders hätten leisten können«. 1 ) Es wäre, so bemerkt
Kankrin am anderen Orte, auch irrig, dem Bergbau mehr
Wert als dem Ackerbau beizulegen. 2 ) Nur aus Rücksichten
der Unabhängigkeit und der Zweckmäßigkeit sei es besser,
soweit tunlich, das Edelmetall aus eigenen Erzgebirgen zu
beziehen. 3 ) Jedes Verbot der Geldausfuhr aber sei unzweck
mäßig, denn es müsse und könne nicht gehindert werden,
daß das Geld nach dem Auslande gehe. Nur »der Geist
der Industrie« könne hier Rat schaffen.
Der Bedarf des Geldes ist nach Kankrin bestimmt: »auf
der einen Seite, durch die Masse der verkaufbaren und
wiederverkaufbaren Produkte und Kräfte und Kapitalum
schläge, auf der anderen durch die Quantität der vorhandenen
Münzen in ihren verschiedenen Unterabteilungen: Handels
münze, Zahlmünze und Scheidemünze, mit der Zahl ihrer
Umläufe multipliziert«. 1 ) Ist mehr Geld vorhanden, als nach
diesem Prinzip nötig ist, so »wird das Geld wohlfeiler und
die Ware teuerer werden«. 5 ) Das Geld muß dann entweder
aus der Zirkulation treten oder es muß »in neuen Gewerbs-
z weigen oder Handelsspekulationen für andre« angelegt
Werden, von der einfachen Verschwendung nicht zu reden,")
Welche jedoch nicht immer zu verurteilen sei, ja »einige
Verschwendung sei sogar notwendig«, um nicht zuviel
Kapital anzuhäufen, was »einstweilige Stockungen hervor
dringen könnte«. 7 )
In der Währungsfrage neigt Kankrin mehr zur Silber-
Währung. Das Silber befinde sich überall in großen Massen
und die öffentliche Meinung habe ihm »einen festen, gleich-
dleibenden Wert in allen leicht zugänglichen Ländern bei-
gelegt.« 8 ) Das Gold, das transportabler ist, sei dagegen im
Werte häufigeren Veränderungen unterworfen und deswegen
*) Weltr. 39. - 2 ) Ök. 91. - 3 ) Weltr. 40. — 4 ) Weltr. 38. -
5 ) Weltr. 40. — 6 ) Weltr. 41. — 7 ) Weltr. 43. — «) Ök. 107.