Full text : Graf Georg Kankrin in nationalökonomischer und finanzwirtschaftlicher Beziehung

und  keine  Art  des  Anschaffens  hat  vor  der  andern  an  sich
Vorzüge,  weil  die  Kräfte,  welche  Bergwerke  bearbeiten,  was
anders  hätten  leisten  können«. 1 )  Es  wäre,  so  bemerkt
Kankrin  am  anderen  Orte,  auch  irrig,  dem  Bergbau  mehr
Wert  als  dem  Ackerbau  beizulegen. 2 )  Nur  aus  Rücksichten
der  Unabhängigkeit  und  der  Zweckmäßigkeit  sei  es  besser,
soweit  tunlich,  das  Edelmetall  aus  eigenen  Erzgebirgen  zu
beziehen. 3 )  Jedes  Verbot  der  Geldausfuhr  aber  sei  unzweckmäßig, ­
  denn  es  müsse  und  könne  nicht  gehindert  werden,
daß  das  Geld  nach  dem  Auslande  gehe.  Nur  »der  Geist
der  Industrie«  könne  hier  Rat  schaffen.
Der  Bedarf  des  Geldes  ist  nach  Kankrin  bestimmt:  »auf
der  einen  Seite,  durch  die  Masse  der  verkaufbaren  und
wiederverkaufbaren  Produkte  und  Kräfte  und  Kapitalumschläge, ­
  auf  der  anderen  durch  die  Quantität  der  vorhandenen
Münzen  in  ihren  verschiedenen  Unterabteilungen:  Handelsmünze, ­
  Zahlmünze  und  Scheidemünze,  mit  der  Zahl  ihrer
Umläufe  multipliziert«. 1 )  Ist  mehr  Geld  vorhanden,  als  nach
diesem  Prinzip  nötig  ist,  so  »wird  das  Geld  wohlfeiler  und
die  Ware  teuerer  werden«. 5 )  Das  Geld  muß  dann  entweder
aus  der  Zirkulation  treten  oder  es  muß  »in  neuen  Gewerbsz
 weigen  oder  Handelsspekulationen  für  andre«  angelegt
Werden,  von  der  einfachen  Verschwendung  nicht  zu  reden,")
Welche  jedoch  nicht  immer  zu  verurteilen  sei,  ja  »einige
Verschwendung  sei  sogar  notwendig«,  um  nicht  zuviel
Kapital  anzuhäufen,  was  »einstweilige  Stockungen  hervordringen ­
  könnte«. 7 )
In  der  Währungsfrage  neigt  Kankrin  mehr  zur  Silber-Währung.
  Das  Silber  befinde  sich  überall  in  großen  Massen
und  die  öffentliche  Meinung  habe  ihm  »einen  festen,  gleichdleibenden
  Wert  in  allen  leicht  zugänglichen  Ländern  beigelegt.«
 8 )  Das  Gold,  das  transportabler  ist,  sei  dagegen  im
Werte  häufigeren  Veränderungen  unterworfen  und  deswegen
*)  Weltr.  39.  -  2 )  Ök.  91.  -  3 )  Weltr.  40.  —  4 )  Weltr.  38.  -
5 )  Weltr.  40.  —  6 )  Weltr.  41.  —  7 )  Weltr.  43.  —  «)  Ök.  107.
            
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