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Destillation und Raffination war häufig ungenügend, jedenfalls
nicht gleichmässig genug: kurz, es herrschte vollständige Anarchie.
Die Verhältnisse konnten nur gesunden, wenn die teils schädlichen,
teils überflüssigen Elemente eliminiert, die Auswüchse beseitigt
wurden, kurz, wenn alles von Grund aus auf eine solide Basis
gestellt wurde. Dieses Ziel Hess sich aber nur durch weitgehende
Zentralisation erreichen. Durch sie konnte man an Unkosten
sparen, diese auf den inneren Aufbau des Geschäfts, mehr noch
aber auf bessere Bearbeitung der Ware verwenden und dieser
dadurch einen grösseren Markt gewinnen.
Auf dieser Basis operierte der Trust. Binnen kurzem gelang
es ihm, die' zerfahrenen Verhältnisse zu ordnen. Waren die Mittel,
die er ergriff, bisweilen auch nicht einwandfrei (Bestechungen!),
so waren andere, wie die Stilllegung der kleinen Raffinerien,
direkt notwendig, und das Geschrei, das sich ihretwegen erhoben
hat, ist nicht berechtigt.
Vor allem brachte der Trust Beständigkeit sowohl in die
Produktion wie in die Preisgestaltung: er verpflichtete sich näm
lich, stets jedes ihm angebotene Quantum zum »offiziellen Preise«
abzunehmen.
Dieser »offizielle Preis« richtete sich nach den allgemeinen
Absatzverhältnissen. Selbst die Gegner des Trusts haben zugeben
müssen, dass er die Einkaufspreise nicht möglichst niedrig hielt,
sondern eher hoch, um die Fördertätigkeit anzuspornen. Der
Trust soll dabei in der Weise verfahren, dass er von dem Markt
preis für raffiniertes Oel, den er nach sorgfältigster Berechnung
festsetzt, eine bestimmte Quote, nach Brackel-Leis (S. 103) 62 1 /2%,
absetzt und den Rest für das Rohöl an die Produzenten zahlt.
Diese sind auch, weil sie die Gerechtigkeit dieses Verfahrens
anerkennen, damit zufrieden. Mit der Eigenproduktion scheint
sich der Trust, trotzdem er in den letzten Jahren ausgedehnte
ölführende Terrains in seine Hand gebracht hat, deshalb nicht
zu befassen, weil ihm das spekulative und immerhin riskante
Element der Bohrtätigkeit nicht zusagt. Selbst die grösseren
Produzenten schweben jetzt bei Erbohrung eines ergiebigen
wells nicht mehr in der Gefahr, wegen Mangels an Reser
voiren und Behältern das Oel einfach in den Sand laufen
lassen zu müssen, sie haben keine Ausgaben für Cisternenwagen
und dergl. mehr. Jedes beliebige kleinste Quantum wird glatt
aufgenommen, ein Umstand, der für die kleineren Grubenbesitzer