Die Verstaatlichung der Bergwerke.
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Rettung aus schweren Verwicklungen bringen kann, so
wäre er hier von neuem gegeben.
Nicht allein die materiellen Vorteile werden die Berg
leute unserer Reform geneigt machen, sondern auch die
.Aussicht auf bessere Behandlung unter staatlicher Leitung
wird ihnen die Verstaatlichung in günstigem Lichte er
scheinen lassen. Erwiesenermaßen hat nicht etwa nur der
kärgliche Lohn die Arbeiter zu jenem großen Streik ge
trieben , sondern auch in nicht geringem Maße die über
mütige Behandlung seitens der Bergwerksbesitzer und ihrer
Beamten.
Wozu ist es im übrigen nötig, daß die höheren Beamten
auf den privaten Gruben so hohe Gehälter beziehen?
Wir meinen, es ist auch nach dieser Richtung besser, wenn
wir statt jener Herren biedere, pflichttreue, von der
modernen Staatsidee erfüllte Staatsbeamte anstellen lassen.
Erfüllt von dem humanen Geiste, der mächtiger und
immer mächtiger die Welt durchleuchtet, werden die neuen
Beamten als Diener des Gemeinwesens ihren Untergebenen
gute Vorgesetzte sein. Alle Gruben müssen Staatsbetriebe
sein, und jede sollte zur Musterstätte werden. AVer etwa
einwenden wollte: „Ja, die staatlichen Gruben haben wegen
..geringen Lohnes und mangelhaften Verhaltens der Vor
gesetzten auch ihre Streiks gehabt“, dem ist zu erwidern:
1. daß bisher der Einfluß des Staates auf die Löhne der
Bergarbeiter ein verschwindender gewesen ist, da sein
Besitz ein viel zu geringer war. (Doch ist nach
statistischen Ausweisen der Lohn auf den fiskalischen
Gruben relativ am höchsten gewesen) —
Dazu hatte auch besonders der manchesterliche Ge
danke, der Staat habe sich auf das Nachtwächteramt
zu beschränken, viel beigetragen.
_2. daß die Beamten zur Rechenschaft gezogen sind, wo
gerechte Beschwerden Vorlagen.