thumbs: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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miseheD Tableau war nämlich völlig berechtigt und ist noch 
heut eine unerfüllte Forderung der Wissenschaft. 
4. Was das ökonomische Abbild der Verhältnisse der Pro 
duction und Vertheilung bei Quesnay selbst zu bedeuten habe» 
lässt sich nur angeben, wenn man zuvor die ihm eigenthüm- 
lichen leitenden Begriffe von der Erzeugung der Reichthümer 
genau untersucht. Dies ist um so nöthiger, als die einschla 
genden Vorstellungen bisher in einer so schwankenden Unbe 
stimmtheit wiedergegeben worden sind, dass man selbst aus 
besseren Berichten, wie z. B. demjenigen Adam Smiths, ihre 
wesentlichen Züge nicht gehörig zu erkennen vermochte. Ueber- 
dies machen diese Begriffe die ganze Originalität Quesnays 
und zugleich der gesammten Physiokratie aus, und man würde 
daher der Sache einen schlechten Dienst leisten, wenn man 
für diese Grundanschauungen die herkömmliche leichtfertige 
Berichterstattung gelten Hesse. Das Nettoproduct (produit net) 
ist bei dem Urheber des physiokratischen Systems ein so 
wichtiges Begriffsgebilde, dass man behaupten kann, dasselbe 
sei der Angelpunkt der ganzen Anschauungsweise. 
Zunächst erscheint diese Vorstellung in Gestalt der Vor 
aussetzung einer einzigen productiven Classe, nämlich derjenigen, 
Welche die Ackerbauarbeit verrichtet. Zu derselben werden die 
Eigenthümer als solche nicht gerechnet, da dieselben wesent 
lich nur als Einstreicher der Pacht in Frage kommen. Pächter, 
eigentliche Arbeiter und überhaupt Alle, welche thatsächlich 
an der Landwirthschaft mit der Einsetzung ihrer Arbeit thei 
nehmen, gehören hienach zur productiven Classe. Sie sind a er 
nur darum productiv, weil sie mehr hervorbringen, als sie 
Während ihrer Thätigkeit verzehren. Nur die Bodenbearbeitung 
soll nach Quesnay die Eigenschaft haben, ein Ergebniss zu 
liefern, welches mehr enthält, als die blosse Wiedererzeugung 
des inzwischen Verbrauchten. Dieses Mehr oder dieser Ueber- 
schuss ist das Nettoproduct oder der Reinertrag im physiokra- 
tisch technischen Sinne dieses Worts. Man würde nun aber 
irren, wenn man bei dieser Vorstellung eine Naturalbetrach 
tung des Verhältnisses voraussetzte und sich den Gedanken in 
seiner natürlichen Einfachheit construirte, ohne sich an dem 
Leitfaden der Geldwerthe zu bewegen. Eine solche Idee lag 
der Denkweise Quesnays noch fern. Ihm erschien es als selbst 
verständlich, dass man den Ertrag von vornherein als einen
	        
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