Full text : Die private Volksunfallversicherung in Deutschland

I.  Das  Unfallversicherungsbedürfnis  der
breiten  Yolksmassen.
1.  Wirkungsbereich  der  gewöhnlichen  Einzel-Unfallversicherung.

Ein  Verständnis  für  die  Unfallversicherung,  wie  sie  bei
den  privaten  Gesellschaften  heute  in  der  Hauptsache  betrieben
wird,  gewinnt  man  man  am  besten  an  Hand  eines  Überblicks
über  ihre  geschichtliche  Entwicklung.
In  ihren  Ursprüngen,  soweit  wenigstens  ein  unmittelbarer
Zusammenhang  mit  den  heutigen  Einrichtungen  besteht,  auf
die  mit  der  Einführung  der  Dampfkraft  bei  den  Verkehrsmittel
gesteigerte  Gefahr  für  deren  Benutzung  zurückgehend,  hat
sie  sich  in  Deutschland  in  ihrer  ersten  Periode  als  Kollektiv-Unfallversicherung
  der  Arbeiter  mit  dem  Hauptzweck  der
Entlastung  der  Unternehmer  von  ihren  Verpflichtungen  aus
dem  Reichs-Haftpflichtgesetz  entwickelt  und  eine  große
Blüte  erreicht.  Diese  Zeit  fällt  in  die,  Jahre  von  1871  bis
1885.  Die  Unzulänglichkeit  des  in  der  Hauptsache  auf  die
gesetzliche  Haftpflicht  des  Unternehmers  sich  begründenden
Versicherungsschutzes  für  das  tatsächliche  Versicherungsbedürfnis ­
  der  Arbeitermassen  führte  zur  Verstaatlichung  in
Form  der  öffentlichen  Unfallversicherung,  so  daß  sich  die
private  Unfallversicherung  mit  einem  Schlage  ihres  hauptsächlichen, ­
  ja  fast  ausschließenden  Nährbodens  beraubt  sah.
Daß  die  private  Unfallversicherung  damals  nicht  einging,
hat  die  Volkswirtschaft  in  erster  Linie  der  Zähigkeit  der
Versicherer  zu  danken  Diese  warfen  sich  mit  aller  Energie
auf  die  Ausbildung  der  noch  rudimentären  Einrichtungen,  die
zur  Gewährung  des  Versicherungsschutzes  an  jene  Bevölkerungskreise ­
  vorhanden  waren,  für  die  die  öffentliche  Versieherungs-
            
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