Full text : Abriss einer Geschichte der Theorie von den Produktionsfaktoren

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ragend  beteiligten  Wertfaktor  hinstellt,  den  Adam  Smith  noch  vollständig ­
  ignoriert,  und  den  auch  nach  ihm  die  Sozialisten  wieder  viel  zu
wenig  betonen.  Dies  ist  auch  vor  allem  der  Grund,  aus  dem  wir
ihn  ausführlicher  behandelt  haben,  als  es  seine  Stellung  in  der  allgemeinen ­
  Geschichte  der  Nationalökonomie  vermuten  ließ.

VI.  Kapitel.
Fr.  List.
Es  mag  vielleicht  verwunderlich  erscheinen,  daß  wir  in  dieser
rein  theoretischen  Arbeit  einige  Worte  auch  dem  Praktiker  Er.  List
widmen  wollen,  aber  es  findet  sich  in  seinem  „Nationalen  System  der
politischen  Ökonomie“  doch  eine  kleine  Stelle,  die  wir  nicht  übergehen ­
  möchten,  weil  sie  auch  für  unsere  Ausführungen  trotz  ihrer
Kürze  —  es  handelt  sich  nur  um  wenige  Sätze  —  von  Bedeutung  ist
Wir  finden  sie  am  Anfang  des  19.  Kapitels 1 ),  in  dem  List  uns  den
Einfluß  der  Manufakturkraft  auf  das  materielle  Kapital  der  Nation
darlegt.  Bekanntlich  legt  List  nicht  so  sehr  auf  die  Schaffung  von
Gütern  Wert,  als  auf  das  Hervorrufen  und  Verstärken  von  produktiver ­
  Kraft.  Die  Produktionsfaktoren  sind  also  für  ihn  nicht  wertschaffend, ­
  sondern  kräftebildend.  So  schwerwiegend  diese  Unterscheidung ­
  zu  sein  scheint,  bei  näherer  Betrachtung  sehen  wir  doch,
daß  List  etwas  Neues  mit  ihr  keineswegs  bringt;  wir  sehen  die  sogenannten ­
  Produktionsfaktoren  eben  als  wertbildende  Kräfte  an,  er
schiebt  zwischen  sie  und  die  Werte  noch  einen  dritten  Begriff  ein,
die  produktive  Kraft  des  einzelnen  und  der  Gesamtheit,  und  erreicht
dadurch  eine  Komplizierung,  für  die  ein  notwendiger  Grund  nicht
einzusehen  ist,  ohne  der  Adam  Smithschen  Produktionslehre  damit
den  vermeintlichen  Todesstoß  zu  versetzen.  Oder  ist  es  wirklich  ein
so  großer  Unterschied,  ob  wir  sagen:  „Die  Nation  schöpft  ihre  produktive ­
  Kraft  aus  den  und  den  Faktoren  und  diese  produktive  Kraft
schafft  dann  die  Werte“  oder  ob  es  heißt:  „Die  Produktionsfaktoren,
in  deren  Besitz  eine  Nation  ist,  schaffen  ihr  Werte?“  Wir  vermögen
hier  wenigstens  eine  prinzipielle  Verschiedenheit  nicht  zu  finden.
*)  List,  Das  nationale  System  der  politischen  Ökonomie.  Neudruck  von
Waentig,  Jena  1904,  S.  322.
            
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