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5. Ebensowenig gelingt es ihm, uns mit einem letzten, seiner
Meinung nach besonders deutlichen Beispiel zu überzeugen. Er be
richtet uns das Schicksal der kaiserlichen Tabakmanufaktur*) in Straß
burg, mit deren Zigarren Bismarck, als er das Tabakmonopol in
Deutschland einführen wollte, die Rentabilität der Konkurrenz ver
mindern wollte, um später geringere Entschädigungssummen zahlen zu
müssen. Die darauf eingeleitete Gegenagitation machte aber die
Straßburger Zigarren wertlos. Brentano sagt nun: Die kaiserliche
Tabakmanufaktur hat zweifellos Zigarren produziert, aber ebenso
zweifellos keine Werte hervorgebracht, denn kein Mensch kaufte die
Straßburger Zigarren, und sie mußten größtenteils verbrannt werden.
Damit ist aber noch nicht das geringste bewiesen: entweder, wir
bezweifeln die Behauptung, daß die kaiserliche Manufaktur keine
Werte geschaffen hat und sagen, daß sie nur geringere oder gar keine
Preise erzielt habe, dann wäre das ganze bloß noch eine Preisfrage
und keine Wertfrage mehr. Oder aber, was wohl das richtigere ist,
wir geben zu, daß die Manufaktur keine Werte hervorgebracht hat;
nun, dann befinden wir uns in vollem Einklang mit unserer bisherigen,
als richtig anerkannten Theorie, wenn wir sagen: die Tabakfabrik in
Straßburg hat nur Güter geschaffen, aber keine Werte, also hat sie
nicht produziert 2 ). Daß hier der Sprachgebrauch des alltäglichen
Lebens von dem der Wissenschaft abweicht, soll gern zugegeben
werden; dies ist aber leider häufig der Fall, ich erinnere nur an
„Kapital“ und „Rente“.
Nachdem Brentano so nach seiner Ansicht bewiesen hat, daß
produzieren gleich Formverändern ist, fährt er fort ®): Es ist natürlich
zu erstreben, daß die Produktion auch wirtschaftlich produktiv sei
(nebenbei bemerkt eine Ausdrucksweise, die zu vielen Verwechslungen
Anlaß geben kann), und zwar ist es die Aufgabe des Produzierenden,
des Unternehmers, die Verhältnisse, die maßgebend für die Bewertung
der Produkte sind, vorauszusehen. Derjenige, der dies voraussieht,
ist der menschliche Geist, er ist also der einzige Produktionsfaktor,
während Arbeit, Natur, Kapital, Staat usw. bloß Produktionselemente
sind. Ob wir die letzteren produktiven Kräfte nun Faktoren oder
') Brentano, a. a. 0., S. 11.
2 ) Vgl. damit Conrad, Polit. Ökon., I, 136—137: „Der Arbeiter kann seine
Aufgabe vollkommen erfüllt und seinen Lohn verdient haben, war sie vom Unter
nehmer in eine falsche Kichtung geleitet, so blieb sie unproduktiv“.
s ) Brentano, a. a. 0., S. 14.