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Elektrischer
Bahnbetrieb
diesen Ländern den stärksten Austausch notwendig;
vor allem gehen deutsche Kohlen- und Eisenscn-
dungen nach dem Süden. Der Gotthard bewältigt
nahezu den gesamten Nordsüdtransit, da der Brenner
weniger leistungsfähig ist. Der Lötschbcrg wird einen
Teil der bisherigen Gotthardfrachten demSimplon
zuführen, der von dem französisch-italienischen Wa
renaustausch infolge der Konkurrenz des Mt. Cenis
nur einen bescheidenen Teil übernehmen konnte.
Auf die Westostrichtung fällt ein geringer Transit,
weil die Produktion der Austauschländer nicht so
verschiedenartig ist, wie diejenige Nord- und Süd
europas. Am Arlberg bilden überdies die ungünsti
gen Bctriebsverhältnisse, wie z. B. eine Scheitel
höhe des Tunnels von 1311 m, ein Hemmnis für
den Transport der Massengüter. Die Verteilung
der schweizerischen Güterdurchfuhr 1909 auf die
Hauptlinien zeigt den gewaltigen Vorsprung des
Gotthards. Vom Gesamttransit fielen auf die Linien
Gotthard 91,1 o/o
Genf-Bodensec 3,8 o/o
Simplon 2,7 o/o
Arlberg 2,4 o/o
Elektrischer Bahnbetrieb. Die schwei
zerischen Bahnen verbrauchen alljährlich auslän
dische Kohle im Wert von annähernd 25 Mill. Fr.
Seit Jahren sind die Vorarbeiten im Gang, um
die fremde Kohle durch die einheimischen Wasser
kräfte zu ersetzen; für das gesamte Bahnnetz soll
der elektrische Betrieb durchgeführt werden. An
schon bestehenden elektrischen Bahnen mit Normal
geleise sind zu nennen die Linien Burgdorf-Thun,
Freiburg-Murten-Jns und Orbe-Chavornay; eben
so werden die Züge durch den Simplontunncl zwi
schen Brig und Jselle zur Vermeidung der Rauch
plage mit elektrischen Lokomotiven befördert.
Schmalspur- und Bergbahnen in ansehnlicher Zahl