122
gallisch-römischen Kultur ein, und die burgundische
Schweiz wurde zum französischen Sprachgebiet. In
den Tälern Bündens blieb das rätoromanische Volk
vor der Alemannenüberflutung verschont und bewahrte
seine Sprache bis zur Gegenwart. Die Bewohner
der Südschweiz lehnen sich in Abstammung
und Sprache eng an ihre Nachbarn in Nord -
italien an.
Mischung Die Schweiz liegt als Ubergangsgebict zwischen
den hellen nordeuropäischen und den dunklen südeuropäischen
Völkern. Ungeachtet der Gebirgsschranke
hat herüber und hinüber eine starke Durchdringung
beider Bestände stattgefunden. Es wird
geschätzt, daß zwei Dritteile der heutigen Bewohner
des Landes eine Mischung der Körpermerkmale nordischer
und südlicher Völker aufweisen.
Bolködichte V o l k s d i ch t e. Nach den vorläufigen Ergebnissen
der Volkszählung hatte die Schweiz am 1.
Dezember 1910 3 741 971 Einwohner. Die Volksdichtc
beträgt demnach 91 auf den km- der Gesamtfläche
; auf die Fläche des produktiven Bodenberechnet
steigt der Durchschnitt auf 123 für den
km 2 . Infolge der starken Gliederung des Landes
ist die Volksdichte sehr ungleich. Auffällig wirkt
besonders der Gegensatz zwischen Gebirge und Flachland.
Eine Linie vom obern Genfersee dem Alpenfuß
entlang zum obern Ende des Bodcnsees nennt
den stärker bevölkerten Nordwesten des Landes (Mittelland
und Jura) vou den durchschnittlich schwächer
bewohnten Alpen. Dicht bevölkerte Gebiete sind
die Städte mit ihrer Umgebung, einzelne Seeuserstrecken
(am obern Genfersee und am untern Zürichfee),
die tiefgelegenen Talschaften des Mittellandes
und des südlichen Tessins, dann aber auch die
Jndustriebezirke der Juratüler und des Appenzeller
Hügellandes. Im Mittelland zieht sich das von
Menschen bewohnte und bebaute Gebiet als fast