Full text: Die Schweiz

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ist es im Gros de Vaud noch verbreitet. Die Tes- 
siner sprechen italienische Dialekte. Ebenso sind 
in der deutschen Schweiz die verschiedenen alemanni 
schen Mundarten zu Stadt und Land die Umgangs 
sprache geblieben. Infolge der Volksvermischung 
und der wachsenden Zahl der Ausländer haben 
die heimischen Mundarten, besonders in den Städ 
ten und den verkehrsreichen Gegenden, viel von 
ihrer Kraft und Ursprünglichkeit eingebüßt. Durch 
Vorträge und literarische Werke sucht man jetzt 
überall den Sinn für die reichen Schätze der Mund 
art zu wecken, und zu retten, was davon noch 
vorhanden ist. 
Glaubensbekenntnis. Ist unserem Lande 
glücklicherweise ein Sprachenstreit erspart geblieben, 
so hat es Jahrhunderte lang umso schwerer unter den 
Glaubenskämpfen gelitten. Andere Fragen und Auf 
gaben haben in der neuesten Zeit den religiösen 
Zwist in den Hintergrund gedrängt und die Gegen 
sätze stark gemildert; immerhin ist die Spannung 
nicht überall ganz gewichen. 
Die Volkszählung von 1910 unterscheidet nach 
dem Glaubensbekenntnis: 
Protestanten 2108 590 — 56 o/o 
Katholiken 1 590 792 = 42,2 o/ 0 
Juden 19 023 ----- 0,5 o/ 0 
Rudere oder keine Konfession 46 597 — 1,3 o/o 
®ie Alpenkantone sind überwiegend katholisch, 
das Mittelland und der Jura zur Mehrheit pro 
testantisch. Mit der lebhaften Volksvermischung sind 
Glaubensbekenntnisse ineinander überge 
gossen. Heute gibt es kaum mehr rein prote 
stantische oder katholische Gegenden; zur herrschenden 
Konfession gesellt sich immer eine mehr oder weniger 
ansehnliche Minderheit von Andersgläubigen*). In 
*) Vergl. die Tabelle der Konfessionen im Anhang. 
Flückiger, Schwei) 9 
Glaubens 
bekenntnis 
Verhältnis 
der 
Konfessionen
	        
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