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Horns, nahe der Waldgrenze, stehen bis 1936 m
die sonnengeschwärzten Holzhäuschen von Chandvlin,
dem höchstgelegenen Kirchdorf im Wallis.
Die Dörfer des Rhonetales wurden, zum Schutz
vor den Verwüstungen der Rhone, meist am Rande
der Talebene in etwas erhöhter Lage angelegt.
Die größten stehen auf den Schuttkegeln der Seitenbäche,
wo sie zugleich den Verkehr ins Seitental
hinein beherrschen. Die sonnige Talseite wird, eine
im Gebirge bekannte Erscheinung, als Wohnfläche
bevorzugt; der Wald erscheint hier gegenüber der
Schattseite stark zurückgedrängt. Einzelne Gemeinden
besitzen Kulturland in allen Höhenlagen, von
der Sohle des Rhonetales an bis zum Gebirgskamm
hinauf. So wird der Walliser Winzer, Getreidebauer
und Senne in einer Person. Die
Vereinigung so verschiedener Zweige des Bodenbaues
setzt die Bevölkerung in stand, für die eigenen
Bedürfnisse selbst aufzukommen, wie denn auch
in den konservativen Landschaften des Goms und
der Seitentäler die Anfertigung der Geräte, der
Kleider, ja sogar der Bau der einfachen Häuser
noch vielfach den Familiengliedern selbst obliegt.
Die Abgeschlossenheit der einzelnen Talschaften nötigte
die Bewohner frühzeitig, sich auf eigene Füße
zu stellen und jede Abhängigkeit von der Außenwelt
zu vermeiden. Dieser Zug beherrscht die
Geschichte des ganzen Landes, das, auch als zugewandter
Ort der Eidgenossenschaft, stets sorgfältig
oemüht war, seine staatliche Sonderstellung zu wahren.
Bei der Abgeschlossenheit des Landes und dem
geringen Verkehr über die Bergpässe hinweg hielt
sich die Bevölkerung des Wallis mehr als irgend
ein anderes Bergvolk der Schweiz von den neuzeitlichen
Kulturveränderungen fern und bewahrte
sich bis zur Gegenwart in der Art des Erwerbs,
in Sitte und Tracht einen reichen Schatz ursprüng-Torftr
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