136
Sprache
Rhonetal
Martigny-
Genfers-e
liehen Volkslebens. Seitdem der Fremdenverkehr
die südlichen Wallisertäler aufsucht und die Tal
bewohner selbst zum Hoteldienst außer Landes
gehen, meist in Saisonstellen nach Genf oder an
die Riviera, tritt eine Änderung in den patriar
chalischen Verhältnissen ein. Dies gilt umsomehr,
als das Rhvnetal durch die Eröffnung des Sim-
plontunnels mitten in den Weltverkehr hineinge
rückt worden ist und nun durch den Lötschberg-
tunnel auch noch einen direkten Zugang von Nor
den her erhält.
Alemannische Einwanderer haben vom 9. Jahr
hundert an das Oberwallis und den obersten Teil
des italienischen Tosatales besetzt. Hier herrscht
die deutsche Sprache. Das größere und volkreichere
Unterwallis gehört, von Sierre (Siders) an ab
wärts, zum französischen Sprachgebiet. Die Sim-
plonbahn begünstigte in den letzten Jahren eine
starke italienische Zuwanderung. Der sprachlichen
Teilung steht die Einheit des Glaubensbekenntnis
ses gegenüber; die Walliser sind fast ausschließlich
katholisch.
Vom schweizerisch - savoyischen Grenzort St.
G i n g o l p h vom Genfersee her zieht " sich ein
Streifen Walliser Boden links der Rhone talauf
wärts. Mont Hey liegt am Ausgang des weiden
reichen Val d'Jlliez, das sich am Nordfuß der
Dents du Midi hinzieht. In der Gegend von
Champsry, im Hintergrund des Val d'Jlliez,
hat sich eine sonderbare Tracht erhalten; um den
Herden besser in die schwer zugänglichen Teile des
Gebirges folgen zu können, tragen die Frauen Män
nerkleidung; sie schmücken sich überdies mit einem
fremdartig anmutenden, grellroten Kopftuch. Bei dem
alten Städtchen St. Maurice öffnet sich die
Türe zum eigentlichen Wallis. Die Dents du Midi
und die Dent de Morcles flankieren hier das Rhone