Full text: Die Schweiz

vorzugt. Inmitten einer üppigen, südlichen Vege- 
fatitm liegen weiter seeabwürts Ascona und 
Brissago, dessen Bewohner im Tabakbau und 
in der Zigarrenfabritation den Haupterwerb finden. 
Südlich der Mündnngsebenc des Tessins trennt 
der niedrige Zug des Monte Ceneri nach Größe, 
Bodengestalt, Bolksdichte und Volksart ungleiche 
Gebiete des Kantons, das Sopra- und Sotto-S°pr» und 
ceneri (ober- und unterhalb des Ceneri). Im s,,tKfnm 
Sottocencri erreichen die Berggipfel eine geringere 
Höhe und machen in ihrem Kleid aus Buschwald 
einen freundlicheren Eindruck als das Gebirgsland 
am Tessin; immerhin steigen sie mit steilen Halden 
aus den breiten, gut bebauten Tälern empor. Täler 
und Bergzüge gruppieren sich unter dem blauen 
Himmel des Südens zu einem reizvollen Land 
schaftsbild um das vielarmige Becken des Luganer- si-s-mers« 
secs. Die eine Bucht zieht sich bis zum italienischen 
Porlezza hinüber, das durch eine Talmulde mit 
den Ufern des Comersees in Verbindung steht. Ein 
anderer Zipfel des Sees dringt am Fuß des aus 
sichtsreichen Kalkgipfcls des Mte. Gencroso 1704 m 
nach Süden vor, wo Riva und Capolago das 
Ende bezeichnen. Ein Arm biegt um den zypressen- 
gerröntcn Felsvorsprung von M o r c o t e und um 
schließt eine halbinselförmige Berggruppe, aus der 
als weitschauender Punkt der San Salvatore auf- 
l'hgt. Am Bergfuß liegt in prächtigem Kranz um 
d:e nördliche Seebucht der größte Ort des Tessins, 
Lugano, mit 13000 Einwohnern; die Stacht ist 
rings von prächtig gelegenen Villen und Hotel- 
lvlonicn umgeben, die inmitten der Reblauben und 
Kastanienbäume das Landschaftsbild mit hellen, rei 
chen Farben beleben. Lugano ist der von Fremden 
meist besuchte Ort der Südschweiz; granitene Fahr 
bahn in den Straßen, Bogengänge im Erdgeschoß und 
vftene Werkstätten erinnern an italienische Bauart
	        
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