Full text: Die Schweiz

152 
Alpwinschasl 
aößnbmuivj 
Fremden 
verkehr 
Die Gebirgstäler Graubündens erhalten ihren Land 
schaftscharakter durch die Nadelholzwaldungen, die 
stundenweit als dunkles Kleid die Gehänge verhüllen, 
und durch die prächtigen, blumigen Alpweiden. 
Durch die Fvhngasfe des Rheinquertales dringt 
die Rebe bis nach Chur hinauf vor. Getreide wird 
taleinwärts bis zu großer Höhe angebaut; so stei 
gen in sonniger Lage im Engadin die Getreide- 
selder neben den Obstbäumen bis zu 1700 rn. Im 
merhin wird der Boden zumeist alpwirtschaftlich 
benutzt. Die Alpweiden unterhalten einen Vieh 
stand, der zum wichtigsten Besitz des Landes gehört. 
Aus den Hochtälern stammt das luftgetrocknete 
Fleisch, da§ unter dem Namen „Bündner Fleisch" 
meist von Chur aus versandt wird. Schon längst 
vermochte die Alpwirtschaft nicht mehr, allein die 
wachsende Bevölkerung zu ernähren; daher der Trieb 
so vieler Bündner, im besondern der Engadiner, 
nach den großen Städten Norditaliens und des 
übrigen Europa auszuwandern, um als Zuckerbäcker, 
Wirte, Hotelangestellte oder Geschäftsleute sich einen 
gewissen Wohlstand zu verschaffen und in späteren 
Jahren wieder nach der Heimat zurückzukehren. 
Diese Kräfte werden neuerdings immer mehr ini 
Lande zurückgehalten durch den sichern Verdienst 
im Fremdenbcsuch, der Graubünden wegen seiner 
landschaftlichen Schönheit und der Heilwirkungen 
seines Höhenklimas und der zahlreichen Mineral 
quellen bevorzugt. Die rätische Bahn und die Al 
pcnstraßen bewältigen und fördern einen großen 
Touristenverkehr, der nun auch im Winter an den 
bekannten Eissportplätzen nicht aussetzt. Durch den 
Bau einer Ostalpenbahn (Seite 112) sucht Grau 
bänden seine mittelalterliche Stellung als bevor 
zugtes Durchgangsland zwischen Nord- und Süd 
europa zurückzugewinnen. 
Graubünden hat eine sprachlich und konfessionell 
Bol!
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.