liegt in 1800 m Meereshöhe, am Fuße der eisum
hüllten, schimmernden Bernina, von der die präch
tigen Tagletscher Rosegg und Morteratsch herunter
fließen. Das Jnntal geht ohne Rückwand an der
Maloja in das Bergell über. Der junge Inn
bildet die drei kleinen, durch bewaldete Felsrücken
getrennte Seen von Sils, Silvaplana und
St. Moritz. Das anmutige und großartige Land
schaftsbild und die Vorzüge des Höhenklimas sichern
den Orten des Oberengadins einen noch stets zuneh
menden Fremdenbesuch, dessen Hauptanteil auf St.
Moritz fällt. Als Kurort und Wintersportplatz zählt
es zu den ersten Fremdenzentreu der Welt. Seine
Heilquelle wurde schon zur Römerzeit geschätzt. Der
alte Mittelpunkt des Oberengadins ist Samad en.
Zwischen der Bernina und dem berühmten Aus
sichtspunkt des Piz Languard gehen die Bernina
straße und neuerdings die elektrische Bahn an P un
tre s i n a vorüber taleinwärts, um über die Paß
höhe 2330 m hinweg das Puschlav und das Velt-
lin zu erreichen. Weiter innabwärts wird das Tal nur
wenig vom großen Fremdenstrom berührt; hier liegen
die Dörfer Z u o z und S c a n f s. Von Z e r n e tz
führt die Straße des Ofenpasses zum Münstertal
hinüber, und in S ü s endet die Flüelastraße. Wäh
rend im obern Engadin der Inn auf flacher Tal
sohle dahinzieht, fließt er im Unterengadin, bei
Zernetz durch den Spölbach verstärkt, in enggeschnit-
tcnem, bewaldetem Tal. Die Dörfer stehen an der
Nordhalde auf sonniger Terrasse. Die Heilquellen
und die reine Luft der waldreichen Gegend begrün
deten den Ruf der Kurorte S ch u l s und T a r a s p,
denen es zu stärkerer Entwicklung vorläufig noch
an bequemer und rascher Verkehrsverbindung fehlt.
Unterhalb Martinsbruck tritt der Inn ins
Tirol hinüber. Das auf österreichischen Boden aus
mündende arme Bergtal des Samnaun erhält jetzt