Full text : Die Schweiz

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Lawinen.

Lawinenverbauung ­


Nur  aus  der  Ferne  gesehen  scheint  die  Schneegrenze ­
  als  ungefähr  horizontale  Linie  dem  Gebirge
entlang  zu  verlaufen.  In  der  Nähe  betrachtet  löst
sich  der  untere  Rand  der  Schneefelder  in  größere  und
kleinere  Schneeflecken  auf;  in  schattigen  Mulden  und
Gräben  gehen  sie  weiter  talwärts  als  an  sonnigen
Stellen.  Die  Schneegrenze  wird  so  zum  breiten  Streifen, ­
  in  dem  Schneeflächen  und  schneefreier  Boden
ineinandergreifen.  Am  sonnigen  Südhang  schmilzt  der
Schnee  weiter  hinauf  weg,  als  auf  der  Nordseite  der
Berggruppe;  die  oben  angeführten  Höhenzahlen  geben
den  Durchschnitt  an.
Der  Schnee  der  höheren  Lagen  zergeht  nur  zu
einem  Teil  unter  der  Wirkung  der  Wärme.  An  steilen ­
  Stellen,  besonders  häufig  in  Gehängefurchen,
rutscht  er  in  gewaltigen  Massen  ab;  es  sind  die  L  a  -
winen.  Bei  kaltem  Wetter  fährt  der  pulverige
Schnee,  durch  Windstöße  in  Bewegung  gesetzt,  zur
Tiefe.  Der  Luftdruck  vermag  weit  über  die  Lawinenbahn ­
  hinaus  den  Wald  und  die  Häuser  niederzuwerfen. ­
  Die  Lust  ist  dann  mit  feinem  Schneestaub ­
  erfüllt;  daher  die  Bezeichnung  Staublawine. ­
  Bei  Tauwetter,  vorab  im  Frühling,  gerät
der  schwere,  klebrige  Schnee  größerer  Gehängeflächen ­
  ins  Gleiten,  reißt  den  Boden  auf  und  stürzt
krachend  ins  Tal  hinunter,  alles  begrabend,  was  im
Wege  liegt;  das  ist  die  G  r  u  n  d  l  a  w  i  n  e.  Die  Lawinen ­
  treten  fast  immer  wieder  an  denselben  Stellen,
den  deutlich  in  die  Halden  eingegrabenen  Lawinenzügen ­
  auf.  Durch  das  Aufforsten  und  Verbauen  des
Abrißgebietes  gelingt  es,  den  Schnee  am  Rutschen
zu  verhindern.  Mauern  und  Flechtwerk  halten  den
Schnee  fest  (Siehe  Kartenbeilage  Nr.  II,  nördlich
und  südlich  von  Andermatt).  Es  werden  Pfähle  in
den  Boden  geschlagen,  wie  um  die  Schneedecke  festzunageln. ­
  Ist  es  nicht  möglich,  das  Abrutschen  des
            
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