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Wohnhaus der Jndustricorte, das als hoher Bau
durch große und zahlreiche Fensterflächen für die
feine und kunstvolle Arbeit der Uhrenmacherei das
Tageslicht auszunützen sucht. La Chaux-de- Ort-
Fonds, 37 600 Einwohner, ist der Mittelpunkt
des neuenburgischen Industriegebietes und zugleich
der größte Uhrenmarkt der Welt; fein Nhrcnexport
beläuft sich auf rund 80 Mill. Fr., d. h. mehr
als die Hälfte der schweizerischen Gesamtausfuhr.
Die Stadt erinnert mit den parallel verlaufenden,
eintönigen Straßenzügen und der schachbrettartigen
Anlage der Häusermassen an nordamerikanische
Städtebildcr. In der gleichen Mulde, aber tiefer
eingelagert, ist Le L ocle mit 12 700 Einwohnern
ein zweites Industriezentrum, zugleich wichtiges
Eingangstor an einer Bahn von Frankreich her.
An der Grenze erweitert sich der Doubs zum schma
len, felsumschlossenen Lac des Brenets; der Abfluß
speist den 29 m hohen imposanten Saut du Doubs
und bildet dann in nordöstlichem Lauf vorerst in
einer halbkreisförmigen Schlucht und weiterhin in
einem tiefen, waldigen Tal die Landesgrenze. Über
dem gleichnamigen See steht das Dorf Les Bre
nets. Am Nordfuß der mit einer wcidenbedeckten
Kuppe aus den Fichtenwaldungen aufsteigenden
Töte de Ran 1425 m zieht sich die kahle Talmulde
von La Sagne und Les Ponts hin, auf weite
Flächen ein eintöniges Torfmoor, das die Städte
des Berglandes mit Brennmaterial versorgt. Das
Talflüßchen verliert sich durch die zerklüftete Kalk
unterlage des Suinpfbodens. Im entlegenen süd
westlichen Teil der Neuenburger „Montagnes" darf
La Brsvine mit seiner eisigen Winterkälte als
das neuenburgische Sibirien gelten.
Das Travcrstal liegt hinter der breiten, stellen-
weise plateauflächigen Kette des Creux du Bau
1465 in und dem schroffer geformten Chasseron