Full text: Die Schweiz

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und die hohen Ketten beinahe bis zum Kamm hin 
auf verhüllt. (Jura-Waldgebirge.) In den tiefern 
und Würmern Regionen mischt sich das Helle Buchen 
laub unter das dunkle Nadelholz. 
Die Jurahöhen leiden trotz der reichen Nieder 
schläge an Trockenheit; das Regenwasscr sickert in 
den klüftigen, durchlässigen Kalkboden ein, sammelt 
sich in Höhlengängen iin Bcrginnern und koinmt 
erst im Tale als Stromquelle wieder zum Vorschein 
(so bei Noiraiguc im Traverstal). Die Weiden 
auf den Bergrücken und an den flachen Stellen 
der Abhänge bekommen im Sommer häufig durch die 
Dürre eine rostbraune Farbe; die Weiden in den 
Hochalpcn dagegen, auf undurchlässigem Boden vom 
Schmelzwasser des Schnees berieselt, prangen zur 
gleichen Zeit in saftigem Grün. Die ausgedehnten 
Waldflächen an den Steilhalden und auf den Pla 
teauflächen des Jura erfüllen die überaus wichtige 
Aufgabe, die magere Erdkrume aus den: Felsboden 
festzuhalten und darin einen Teil der Feuchtigkeit 
aufzuspeichern. Das Mholzen der Wälder hätte zur 
Folge, daß überall der nackte rissige Kalksels zu 
Tage käme; damit würden die Jurahöhen gleich 
unbewohnbar, wie einzelne entivaldete Kalkgebirge 
Südcuropas. 
Auf dem wasserarmen, wenig fruchtbaren Kalk- So((mil) 
bodcn erlangt der Ackerbau keine große Bedeutung, srwrri. 
Die Grasflächen auf den Bergrücken dienen nur als 
Viehweide. Die Sennen bewohnen hier das ver 
einzelt stehende, charakteristische Berghaus, das in 
breitem, niedrigern Bau wie auf den Boden geduckt 
erscheint und Schutz sucht vor der strengen Winter- 
kälte und den rauhen Winden. Der Regenablauf 
des Daches wird in einen ausgemauerten Schacht, 
die Zisterne, geleitet als Wasservorrat für die trok- 
kene Zeit. Auf den Jurahöhen ist infolge der spär 
lichen Hilfsmittel und wegen der Lage abseits vom 
Verkehr die Volksdichtc gering.
	        
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