Die Bewertung.
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Die Halbfabrikate werden mit den Beträgen bewertet, die für Mate
rialien, Härtekosten und Löhne auf dem für jede Bestellnummer eingerich
teten Konto angesammelt sind. Zu diesem Zweck werden die Stückzahlen
der lt. Aufnahmeliste (Form. 118) in den Werkstätten Vorgefundenen
Teile an Hand der Bestellnummern auf den Abrechnungskonten notiert
(bei Maschinen die Teillisten, bei Werkzeugen die Kostennachweis -
formulare 64, für diverse kleine Arbeiten die Selbstkostenbücher lt. For
mular 33). Ergibt sich hierbei, daß die Zahl der Vorgefundenen Teile sich
nicht mit der Zahl der bestellten oder lt. Konto in Arbeit befindlichen
Teile deckt, so muß der Grund hierfür untersucht werden. Stellt sich
hierbei heraus, daß Teillieferungen erfolgt sind, so müssen die Kosten
hierfür noch abgerechnet werden.
Für die Bewertung der Halbfabrikate werden die Sammellisten ver
wendet, in welche die Kosten getrennt in Beträge für Materialien, Härten
und Löhne eingetragen werden. Der Zuschlag für Betriebsunkosten ge
schieht summarisch auf den Gesamtlohnbetrag der Inventur jeder Ab
teilung, nachdem in der Betriebsbuchführung der tatsächliche Durch
schnittsprozentsatz des abgelaufenen Jahres für jede Abteilung ermittelt
worden ist.
Dieser Unkostenprozentsatz enthält den in früheren Abschnitten
gegebenen Erörterungen zufolge auch die auf das abgelaufene Geschäfts
jahr entfallenden Abschreibungen auf Gebäude, Maschinen, Modelle,
Werkzeuge usw., so daß diese Abschreibungen, soweit sie auf die in die
Inventur aufgenommenen Halbfabrikate entfallen, als Bestandteil der
Selbstkosten in der Bilanz als Aktiva erscheinen. Dies trifft auch bei den
Fertigfabrikaten zu, deren Selbstkosten ebenfalls einschließlich der Ab
schreibungen kalkuliert sind.
Dieser Bewertungsmodus ist vielfach als unzulässig hingestellt
worden unter Anführung von Gründen, die meist auf Unkenntnis der
Kalkulationsmethoden industrieller Betriebe und auf Verkennung der
Bedeutung, welche diese Frage für eine gesunde Entwicklung der Organi
sation und der modernen Arbeitsmethoden einer Fabrik hat, zurück
zuführen sind.
Die Abschreibungen auf Gebäude, Werkzeugmaschinen, Werkzeuge,
Kräne, Motoren, Dampfmaschinen, Utensilien usw. werden vorgenommen,
weil der Wert dieser Objekte durch die Benutzung herabgemindert wird.
Diese Wertverminderung ist durch die Fabrikation hervorgerufen und ist
gleichbedeutend mit den Kosten, die für Reparatur und Ersatz der Gebäude,
Inventarien und Utensilien ausgegeben werden und die als Betriebsunkosten
ebenfalls in den Selbstkosten der Fabrikate anteilig enthalten sind. Ein
Grund dafür, daß beide Faktoren verschieden zu behandeln sind, dürfte
schwer zu finden sein.
Gebäude, Maschinen, Werkzeuge u. dgl. sind zur Herstellung der
Waren unumgänglich notwendig; deren Wert Verminderung durch Ver
schleiß bildet ebenso unzweifelhaft einen Bestandteil der Herstellungs
kosten, als dies hinsichtlich der Miete der Fall ist, die ein Fabrikant für