Full text: Taxämter oder private Schätzungen?

Konziliare Bewegung, Wiener Konkordat vom Jahre 1448. 421 
ohne weiteres ab, aber sie regten Bedenken an, sie legten sich 
aufs Feilschen, aufs Referieren an ihre heimischen Instanzen. 
Zeit genug für die Fürsten, um zu handeln. Sie erkannten, 
was ihnen drohte, hatte der König Erfolg; schroff gingen sie 
vor. Am 7. März 1417 gelobten sich die Kurfürsten, gemein⸗ 
sam einzutreten gegen jeden Schritt des Königs; am 2. August 
1417 schlossen speziell die bedrängtesten, die rheinischen Kur— 
fürsten einen offenen Bund gegen die Städte und ihren könig— 
lichen Beschützer. Darauf zogen sich die Städte furchtsam 
zurück; es war der Ruin der königlichen Pläne. 
Und nun kamen die heißen Jahre des Husitenkampfes. Sie 
fanden das Reich militärisch vollkommen unvorbereitet, trotz der 
im Jahre 1417 gegen Frankreich erlassenen Kriegsansage und 
ihrer Folgen. Aber was schlimmer war: selbst die offene Be— 
drohung der Selbständigkeit des Reiches, die in ihnen lag, 
machte keinen Eindruck mehr auf die Stände: weder auf dem 
militärischen noch auf dem engverbundenen finanziellen Gebiete 
kam es zur wirklichen Durchführung von Reformen. 
Geredet wurde freilich viel von einer Reichssteuer in 
Gestalt eines hundertsten Pfennigs, von militärischer Kontin— 
gentierung, von tausend Dingen sonst. Aber Städte und 
Reichsritterschaft vereitelten fast jeden Beschluß, und wenn nicht 
diesen, so sicherlich seine Ausführung; und König und Fürsten 
wußten den passiven Widerstand selbst dann nicht zu brechen, wenn 
sie ausnahmsweise einig waren. Sigmund empfand demgegenüber 
allmählich Ekel, ward jedenfalls der fortwährend wechselnden 
Konstellation partikularer Interessen in Deutschland und des 
Kampfes aller gegen alle auf den Reichssstagen überdrüssig. Dazu 
kam, daß er durch die Sorgen seiner Hausmachtspolitik in Anspruch 
genommen war. Im Jahre 1429 war es so weit gekommen, 
daß er einen Reichstag nach Preßburg, außer Landes, berief. 
Und was bekamen die Reichsstände auf ihre Klagen, daß er 
nicht ins Reich käme, dort von ihm zu hören! Er habe seine 
Versorgung in Ungarn, er mache sich keinen Deut aus der 
deutschen Krone; nur auf Bitten des Papstes habe er sich über— 
wunden, sie beizubehalten. Und die ungarischen Stände fügten
	        
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