00 VII, Abignitt: Einzelne Schuldverhältniffe.
Handbuch Bd. II S. 141). Die einen meinen, daß jede Urkunde vermögenSrechtlidhen
Ynhaltz Ihon zu den Wertpapieren gehöre (Io 3. B. Thöl, HandelSredht S. 632; ähHnlidh auch
Dt. III, 588). Undere rechnen hHierunter jene Urkunden, deren Befig zur Ausübung des
Rechte3 notwendig ijt (vgl. insSbefondere Brunner a. a. DO. und Lehmanıt, Theorie der Wert-
babiere S. 338 ff.). Eine dritte Meinung zählt nur folche Urkunden Hieher, bei denen das
Recht aus dem Papiere dem zufieht, der nad den Yegeln des Sadhenrecht3 Eigentümer des
Papier Hit. Eine Bergleidung aller Hier ein{hlägigen Gejege8jtellen, insbejondere au in
jer ZRO., ergibt al8 übereinftimmende Grundlage, daß alS Wertpapiere regelmäßig jene
Bapiere zu erachten find, deren Sunehabung zur AuZübung des in ihnen
„erbrieften RedhteS notwendig ift (val. die eingehende Begründung bei Jakobi,
Die Werthapiere im bürgerl. NR, des Deutihen Reih3 S. 1—28 und au Crome, Syftem
Bd. I 863 Ziff. IL und Bd. II S 310).
IL. Die gebräuglihite Einteilung der Wertpapiere {ft jene nad der Berfon des
Berechtigten, nämliH in Rektapapiere, Orderpapiere und Inhaber-
abiere.
L, Für die Nektapapiere felt das Gejeß nur wenige Normen allgemeiner Art auf.
Hieher zählen S 808 Ciber {og qualifizierter Segitimations8papiere), ferner 8 810
(Recht auf Einfihtnahme einer im fremden Befige befindlichen Urkunde) und &8 952 (die Urs
hinde hat dem Redhte zu folgen), Leptere beiden Beftimmungen haben Übrigenz aud auf
sinfacdhe Beweisurkunden Bezug.
2, Hinfichtlid der Orderpapiere greift das BGB. in daz frühere Hecht nur ganz
Befhränkt ein, nämlich mit einigen Beftimmungen über NiekbrauG und Pfandrecht
an Orderhabieren, vgl. hHieher die 58 1081, 1084, 1292, 1294, 19295.
Ueber Orderpapiere im HandelZredhte f. insbefondere 8 363 OSB. und val. auch
Bem. zu S 1292. Wegen Orderjhedk8 val. 88 4, 8, 9 Sched®,
3, Eingehender dagegen befaßt [id das BGB. mit den Inhaberpapieren, .
Die frühere Gefeßgebung war in diejer Materie jehr mangelhaft und lücenhaft; zu-
dem Inüpfte fih eine Reihe von Rontroverjen an diejeS Gebiet,
Das Frühere HGB. enthielt gleichfalls nur wenige jachen redhtlicdhe Vorfchriften Über
dieje Bapiere und das fonftige NeihHsrecht Hatte fich ledigliH damit begnügt, die An3gabe
zewiffer Ynhaberpapiere zu beidränfen und zu verbieten, Vol. hHiezu Art. 4 Biff. 3,
Art. 96 Biff. 3 Wechjelornung und das Geijeß vom 8. Juni 1871 über die Inhaberpapiere
nit Prämien, jowie da3 Keichsbankgeleß vom 14, März 1875.
Das BGB. {ft dagegen im Hinblid auf die Wichtigkeit gerade der Inhaberhabiere
ir den Berlehr beftrebt, die bisherige Mechtäzerfplitterung zu bejeitigen, frühere Küntro-
Jerien endgültig zu entjheiden und die Qücen der älteren Gejekgebung möglihit auszufüken.
HL. Die Fnhaderpapiere jelbit
1, lajjen {ih in zwei Antegorien abiheiden:
a) Inhaberpabiere, in denen ein ForderungSredt verbrieft ifjt, d.h. joldhe
Schuldver[Hreibungen, in denen der AusfieNer dem jeweiligen Inhaber eine
Retftung im Sinne des Obligationenrecht3 verfpricht.
)) Inhaberpapiere, in welden ein andere3 Recht inbegriffen ijt. Gieher zählen
nsbejondere die Papiere über die MitgliedfHaft in einer Xorboration,
3. B. MAtien auf den Inhaber (vgl. hHiezu 88 179, 183 ©®B.), Kuze im
Bergrechte 26.
Sm nadfolgenden Titel XXI hat das Sefeß nur Inhaberpapiere
riterer Gattung im Auge, wa von vornherein feftzuhalten {ft
Die Gruppe a läßt fih wieder abteilen :;
x) tn folde Inhaberpapiere, welche die LBeiftung einer Summe Geldes
zum Snbalte haben (jog. Geldhpapiere) und