Full text: Taxämter oder private Schätzungen?

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Schätzungen zuverlässiger Taxatoren beträchtliche Unterschiede zwi 
schen Ertrags- und Realwert in der Uegel nur ausweisen, wenn 
sie durch die besonderen Verhältnisse der einzelnen pfandgrund- 
stücke gerechtfertigt waren, von einer Beanstandung selbst erheb 
licher Abweichungen wurde stets in diesen Fällen, wie auch dann 
Abstand genommen, wenn sich die Beleihungen innerhalb von 
sechs Zehnteln des kleineren Wertes, sei es des Ertrags-, sei 
es des Realwerts hielten." 
Nicht selten geschieht es, besonders seitens einzelner solcher 
Personen, die einigermaßen die Schätzungsnormsn kennen, daß die 
Mietpreise verschleiert werden. In dem einen Falle liefert der 
Vermieter für eine längere Zeit die Kohlen zum Trockenheizen, in 
dem andern wohnt der Mieter, während der ersten Quartale 
umsonst. Diese und viele andere Verschleierungen hat der private 
Schätzer selbstverständlich genau festzustellen. Seiner Beweglichkeit 
gelingt es aber an l)and seiner Sachkenntnis wohl immer, sofern 
er nicht eben beeinflußt ist, die wahren Verhältnisse zu ermitteln. 
Dann hat er allerdings erst die Grundlage zur Ermittlung des Roh 
ertrages festgestellt und muß nun noch an Hand der tatsächlichen 
Verhältnisse den Abzug ermitteln, der zur Feststellung des Netto 
ertrages am Roherträge abgesetzt werden muß. 
Den sich hiernach aus der Ermittlung der wah 
ren Mietpreise ergebenden Schwierigkeiten ist nur 
eine individualisierende Person, nie ein „Amt" 
gewachsen. Auch in diesem Zusammenhange ergibt sich 
also eine Ueberlegenheit der persönlichen Taxe ge 
genüber der Kollegialtaxe.
	        
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