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II. Der Geldmarkt.
Lösung des Engagements großen Verlust hätte und daher bestrebt ist,
um jeden preis zu prolongieren. Diese Erwägung erklärt die Möglich
keit des zeitweisen Vorkommens von Effektenkreditsähen, die unge
wöhnlich hoch erscheinen. Es hat zum Beispiel namentlich bei im Bank
wesen nicht erfahrenen Leuten erstauntes Kufsehen erregt, daß in New
tzjork in Panikzeiten der Satz für tägliches Geld vorübergehend bis über
1000% pro anno stieg: das bedeutet 3% für den Tag/ wenn nun zum
Beispiel ein Spekulant Aktien zu 100 gekauft hat und am Tag, an dem
er verkaufen will, der Nurs z. B. durch eine Nriegseröffnungsnachricht
auf 60 gesunken ist, so mag er dafür, daß ihm die Möglichkeit eines
Verkaufs am nächsten oder zweitnächsten Tag, an welchem er eine
„Erholung" erwartet, gewährt wird, wohl 3% pro Tag zahlen/ ist
der Rurs in der Zwischenzeit auch nur auf 70 wieder hinaufgegangen,
so ist er bei verkauf zu diesem preis noch immer besser als bei sofortiger
Lösung des Engagements davongekommen. — Auf die Dauer aber
kann nur sehr kapitalkräftige Spekulation selbst bei gleichbleibenden
Effektenkursen hohe Zinsen zahlen.
Die wichtigsten Kreditgeber auf dem Geldmarkt sind die Uredit-
banken. Untersuchen wir, nach welchen Gesichtspunkten sie den Zins
bestimmen.
Jede Bank muß mehr verdienen als sie für Einlagen vergütet/
ein Industrieunternehmen mag zeitweise ohne Gewinn arbeiten, eine
Bank ist im gleichen Zoll verloren, weil ihr die Einlagen abgehoben
werden und niemand ihr Akzept nimmt. Die Vergütung an die Ein
leger zuzüglich der Ausgaben und eines Nutzens muß somit aus den
Geldmarkt- und Anlagekrediten insgesamt erzielt werden. Für die
Einlagen, welche den Nassenbestand der privaten Unternehmungen
bilden, wird in Reichen mit entwickeltem Ueberweisungsverkehr nichts
vergütet, während dort, wo der Bankzahlungsverkehr erst zu schaffen
ist, eine Zinsvergütung geleistet wird, die in Frankreich fast zu allen
Zeiten %%, in Deutschland 2—3%%, in Osteuropa erheblich mehr
beträgt. In: Nontokorrent wird zwischen 1 und 1%% unter dem Bank
satz, zu welchem die Notenbank kvechsel diskontiert, vergütet. Für die
höhe der Vergütung ist die Frage entscheidend, was die Einleger bei
anderweitiger Verwendung ihres Geldes an Zins erhalten würden:
würden die Banken zum Beispiel bei fünfprozentigem Banksatz nur
2% vergüten, so würden manche Kaufleute und Industrielle direkt
Wechsel kaufen und darin ihre überschüssigen Bestände anlegen, wie
dies vereinzelt in deutschen und schweizer Industriebezirken der Fall
ist. Die Bank vergütet weniger, nimmt aber Arbeit, Ausgaben und