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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Kapitel III. Die Assozialisten. 
295 
eigenen Zerstörung zu dienen; oder aber die Projekte, die man ihr 
unterbreitet, sind ohne Gefahr für die bestehende soziale Ordnung, 
und dann liegt gerade in der Hilfe, die sie ihr leistet, der Beweis ihrer 
bescheidenen Tragweite. Dieser Kritik kann der Staatssozialismus 
nicht entgehen, ausgenommen er erklärt sich klar und deutlich als 
konservativ, und das hat er denn auch in Deutschland getan. 
Louis Blanc beschäftigt sich, wie später Lassalle, hauptsäch 
lich mit dem sofortigen Erfolge und bemerkt diesen Einwurf nicht. 
Er denkt an einen anderen Vorwurf, der in seinen Augen bedeut 
samer ist, denselben, den man in der Folgezeit den Staatssozialisten 
machen wird, und er sucht ihn durch ein Argument zu beseitigen, 
das sich oft bei ihnen wiederfinden sollte. Ist die Einmischung des 
Staates nicht im Gegensatz zur Freiheit? fragt er sich. Ja, antwortet 
Louis Blanc, wenn man unter Freiheit ein abstraktes Recht ver 
steht, — das jedem Menschen durch eine Verfassung zugesprochen 
ist. Hierin liegt die Freiheit aber gar nicht: „sie liegt vielmehr in 
der Macht, die den Menschen gegeben ist, seine Fähigkeiten aus 
zuüben und zu entwickeln unter der Herrschaft der Gerechtigkeit 
u nd unter dem Schutze des Gesetzes“ ’) (S. 19). Rechtliche Freiheit 
°hne tatsächliche Freiheit ist weiter nichts „als eine nichtswürdige 
'Vergewaltigung“: und die Freiheit wird tatsächlich überall dort 
unterdrückt, wo der Mensch ohne Bildung, ohne Arbeitsinstrumente 
unentrinnbar zur Unterwerfung gegenüber den Reicheren und Ge 
bildeteren verdammt ist. Deshalb wird die Einmischung des Staates 
notwendig sein, solange es in der Gesellschaft „eine untere und un 
mündige Klasse“ gibt (S. 20). In einer noch kräftigeren Formel 
sagt Lacoedaiee: „Zwischen dem Starken und dem Schwachen ist 
die Freiheit das, was unterdrückt, und das Gesetz das, was frei 
macht.“ Dieses Argument haben wir schon bei Sismondi gelesen 2 ), 
und werden es bei allen Gegnern des laisser-faire wiederfinden. 
Man sieht, wie schon bei Louis Blanc eine geistige Bewegung 
uinsetzt, die im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts viel stärker 
') „Das Recht, im Abstrakten betrachtet, ist ^ ^^Ichutz^derfür das 
das Volk täuscht. Das Recht ist der metap ysisc j} as „ ro ß ar tig und in 
Volk den lebendigen Schutz, dem man ihm sc iu e , ® ‘ ba t nur a i s Maske 
allen Einzelheiten in den Verfassungsurkunden “ff^SuahsmuBund für die bar- 
Gr die ganze Ungerechtigkeit der Einführung seinem Schicksa i überlassen 
Wische Nichtachtung gedient, mit der man A R ht de fi n iert hat, ist man dazu 
hat. Weil man die Freiheit durch dasiVortR die Heloten des 
««langt, die Sklaven des Hungers, die Leibeigenen d Freiheit 
Zufalls freie Menschen zu nennen. sondern in d« dem Menschen 
nicht nur in dem zugesprochenen Recht besteht, >g 
gegebenen Macht, seine Fähigkeiten auszubilden und zu entwickeln (S. 19). 
2 ) Vgl. weiter oben, S. 211, Anm. 1 und S. 213, Anm. i.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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