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Der Wirtschaftskampf der Völker und seine internationale Regelung

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftskampf der Völker und seine internationale Regelung

Monograph

Identifikator:
1013266285
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-23296
Document type:
Monograph
Author:
Lenz, Adolf http://d-nb.info/gnd/11764000X
Title:
Der Wirtschaftskampf der Völker und seine internationale Regelung
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Verlag von Ferdinand Enke
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XVI, 315 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Kapitel. Der Kampf des wirtschaftlichen Imperialismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftskampf der Völker und seine internationale Regelung
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Kapitel. Der Kampf des wirtschaftlichen Imperialismus
  • Zweites Kapitel. Der Wirtschaftskrieg im engeren Sinne
  • Drittes Kapitel. Das Wesen des Wirtschaftskampfes
  • Viertes Kapitel. Die Beendigung des Wirtschaftskrieges
  • Fünftes Kapitel. Die internationale Regelung des Wettbewerbes der Völker

Full text

42 
Die Kampfmittel des wirtschaftlichen Imperialismus. 
Grade der Gebundenheit her, von vorübergehender Bindung bis 
zur dauernden Gefolgschaft. Die Abhängigkeit ist nicht selten eine wechsel 
seitige, weil auch der Gläubigerstaat ein Interesse an der Verzinsung und 
Amortisierung im Wege des wirtschaftlichen Imperialismus des Schuldner 
staates haben kann. Es war die Abhängigkeit Rußlands und Frankreichs 
infolge der Heranziehung der kleinen französischen Rentner zum wirt 
schaftlichen und politischen Imperialismus eine wechselseitige. 
Dem Anlagebedürfnisse des Kapitals kommt häufig das Kreditbedürfnis 
von Staatsoberhäuptern und Staaten selbst entgegen. Der Widerstand 
des Khediven von Ägypten, Abbas II. Hilmi, gegen die Ausbeutung 
durch das französische und englische Kapital hat schließlich England zur 
Vertretung seiner Gläubigerinteressen mit Waffengewalt veranlaßt. Die 
internationale Finanzkontrolle unter der Führung Englands und Frank 
reichs war der Vorläufer der Besetzung (1882), die schließlich nach dem 
Interessenausgleich von 1904 zum Protektorate Englands über Ägypten 
(1914) führte. So suchte der englische Imperialismus durch die Ge 
währung unbegrenzter Anleihen zu doppelt so billigen Bedingungen als 
sonst, die Kolonien an das Mutterland zu binden; er suchte selbständige 
Staaten wie Argentinien und zerbröckelnde Staaten wie China abhängig 
zu erhalten. Portugal und im verminderten Maße auch Spanien stehen in 
Abhängigkeit vom englischen Anleihemarkt. Anleihen wie die Englands 
an Persien im Jahre 1902 sind ein steter Grund, um für die Verlängerung 
oder Erneuerung des Kredits wirtschaftliche oder politische Vorteile zu 
erlangen, die in keinem Verhältnisse zum Marktwerte der Anleihe stehen. 
Der finanzielle Beirat, der schließlich zum politischen Herrscher des aus- 
gebeuteten Landes wird, ist ein wirtschaftliches Eroberungsmittel aller 
ersten Ranges geworden. Ein Musterbeispiel liefert das japanisch-korea 
nische Abkommen über die finanziellen und diplomatischen Beiräte vom 
22. August 1904 (S t r u p p, Urkunden 2, 135). Die neuere Methode, 
derartige wirtschaftliche Eroberungen sogar in Staatsverträgen 
festzulegen, hat einen näheren Einblick in die Technik der Expansion 
durch die Anleihepolitik gegeben. 
Die erobernde Kraft des Leihkapitals wird durch dessen bank 
mäßige Verwertung noch gesteigert. Dadurch, daß das Leihkapital die 
Form der beliebig vermehrbaren und vertauschbaren Aktien ange 
nommen hat, ist es in die Hände der Großbanken geraten. Diese sind 
zwar nur Verwalter fremder Kapitalien, aber sie haben ein weit über die 
Interessen des Eigentümers hinausgehendes eigenes Interesse an den 
aus möglichst häufigen Umsätzen sich ergebenden Gewinnen (S z a b o, 
Freihandel 16). Dieser sogenannte „Effektenkapitalismus“ 
hat zur ständigen Ausdehnung der Aktienbetriebe durch Kapitalser 
höhungen oder Neugründungen und schließlich infolge des steigenden 
Anlagebedürfnisses dazu geführt, daß das in den großen Banken konzen
	        

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Der Wirtschaftskampf Der Völker Und Seine Internationale Regelung. Verlag von Ferdinand Enke, 1920.
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