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Anfangsgründe der Volkswirtschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Anfangsgründe der Volkswirtschaftslehre

Monograph

Identifikator:
1030856788
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-60520
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Title:
Anfangsgründe der Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Halberstadt
Publisher:
H. Meyer's Buchdruckerei, Abteilung Verlag
Year of publication:
1925
Scope:
1 Online-Ressource (91 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Kapitel II. Tausch und Wert
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Anfangsgründe der Volkswirtschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • Kapitel I. Bedürfnisse und Arbeit
  • Kapitel II. Tausch und Wert
  • Kapitel III. Das Geld
  • Kapitel IV. Eigentum und Erblichkeit
  • Kapitel V. Pacht und Leihen auf Zins
  • Kapitel VI. Lohn und Gewinn
  • Kapitel VII. Wettbewerb und Zusammenarbeit

Full text

26 Anfangsgründe der Volkswirtschaftslehre. 
schaftler es gebrauchen mit Bezug auf die Genußgüter, so 
verbessern sie sich lieber und sagen „Gebrauchswert"; aber wenn 
man sagt „Tauschwert" oder einfach „Wert", so läßt sich das 
nur auf den zweiten Sinn des Wortes Gut anwenden, und 
darin liegt ein wesentlicher Unterschied. Es gibt Güter, die 
vollkommen den Namen Güter in dem Sinne verdienen, daß 
sie für ihren Besitzer einen unendlichen Nutzen haben, die aber 
anderseits keinen Tauschwert haben. Für den Kurzsichtigen 
hat sein Augenglas einen Nutzen allererster Ordnung; indes 
ist sein Tauschwert gleich null; denn selbst wenn man zugibt, 
daß er es für ben Einkaufspreis wiederverkaufen könnte —■ 
was wenig wahrscheinlich ist — so ist es doch auf alle Fälle 
ein Preis, der durchaus nicht den durch den etwaigen Verkauf 
erlittenen Schaden ausgleichen wird. Welchen Nutzen hat 
nicht ein Holzbein für einen Amputierten, und doch was wird 
sein Tauschwert sein? 
Dies Wort „Wert" ist also ein so vieldeutiges Wort, daß 
die Volkswirtschaftler seit Jahrhunderten, seit Aristoteles 
daran herumgrübeln, ohne daß sie es bis jetzt gut erklären 
konnten, oder wenigstens ohne daß sie eine sie befriedigende 
Erklärung hätten geben können. Ich erhebe also nicht den 
Anspruch darauf, den esoterischen Sinn des Wertes ausein 
anderzusetzen, sondern den gemeinhin verstandenen, den 
landläufigen. Nun kann man ihn in einem Wort zusammen 
fassen: es ist die Kaufkraft, was darauf hinausläuft, daß 
das, was den Wert ausmacht, viel weniger der Wunsch dessen 
ist, der ihn besitzt, als der Wunsch derer, die ihn nicht besitzen, 
die ihn begehren, die ihn erwerben möchten, und die geneigt 
sind, alles mögliche für seinen Besitz herzugeben. In diesem 
Falle hat der Gegenstand, den ich besitze, einen großen Wert; 
dieser läßt sich an der Stärke des Wunsches des andern messen; 
er erlaubt, auf die anderen einen Druck auszuüben, der im 
Verhältnis zur Stärke dieses Wunsches steht, und er erlaubt 
gleichzeitig von ihm alles mögliche zu verlangen, damit er den 
von mir besessenen Wert erwerben kann. Reicht man einem 
Hund ein Stück Zucker und sagt man ihm „Mach schön", so 
macht er alle möglichen Kunststücke, um es zu bekommen. Der 
Wert hat dieselbe Wirkung auf die Menschen. Es ist also der 
Wunsch des andern, der den Wert bildet. 
Es liegt also eine Art unsittliche Wurzel im wirtschaft 
lichen Wert. Denn wenn der wirtschaftliche Wert das ist, was 
uns erlaubt, eine Herrschaft über einen andern auszuüben 
dadurch daß man auf das durch diesen Wert bei ihm erweckte
	        

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Anfangsgründe Der Volkswirtschaftslehre. H. Meyer’s Buchdruckerei, Abteilung Verlag, 1925.
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