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Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

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Bibliographic data

fullscreen: Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

Multivolume work

Identifikator:
1896404200
Document type:
Multivolume work
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1896404294
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236881
Document type:
Volume
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Volume count:
Bd. 2
Place of publication:
Leipzig [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904
Scope:
1184 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
III. Strafrecht
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft
  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)
  • Title page
  • Contents
  • II. Zivilrecht (Fortsetzung)
  • III. Strafrecht
  • IV. Öffentliches Recht
  • Namen- und Sachregister

Full text

2. E. Beling, Strafprozeßrecht. 
395 
zur Stelle befindlich und ohne Aussetzung erreichbar ist, für nötig hält; wenn ein an 
Stelle eines ausgebliebenen bestellter neuer Verteidiger die Vertagung zwecks Vorbereituug 
verlangt und Unterbrechung der Hauptverhandlung nicht genügend erscheint (8 1485 
St. P.O.); wenn sich der juristische Gesichtspunkt gegenüber dem Eröffnungsbeschluß ändert 
und entweder infolge der veränderten Sachlage eine Aussetzung zur genügenden Vor— 
bereitung der Anklage oder der Verteidigung angemessen erscheint oder der Angeklagte 
die Ausfetzung verlangt, indem er einen neu hervorgetretenen, ein schwereres Strafgesetz 
oder einen Straferhöhungsgrund bedingenden Umstand bestreitet u. s. w. 
VIJ. Unzulässig ist die Abhaltung einer Hauptverhandlung gegen eine Person des 
Beurlaubtenstandes oder eine gleichgestellte Person, solange sie zum Dienst einberufen ist 
(S 9 Abs. 1 Satz.2 M.St. G.O.). 
8) Die schwurgerichtliche Hauptverhandlung speziell. 
Literatur: Heinze, Goltd. Arch. Bd. XIII S. 616, Bd. XIV S. 1; Die Prinzipien 
des nchwedae revre Z gutachtliche Berichte des Herzogl. Obergerichts 
Wolffenbüttel; Die Rechtöfindung im Geschworenengericht, Anl. 5 zu den Motiven des Ent⸗— 
wurfs einer deutschen St.P.O.; H. MNeyer, That- und Rechtsfrage im Geschworenengericht (1860); 
Glhaser, Schwurgerichtliche Erörterungen (2. Aufl. 1875); v. Bar, Recht und Beweis im Ge⸗ 
ichworenengericht (1866); Binding, Die drei Grundfragen zur Organisation des Strafgerichts (1876); 
Dalcke, Fragestellung und Verdikt (2. Aufl. 1898); Bischoff, Goltd. Arch. Bd. XLII S. 349, 
XLVI S. 1; Freudenstein, Goltd. Arch. Bd. XXXIII GS, 869; Otker, Goltd. Arch. XLVII 
S. 821, XLVTII S. 8321; Kalau v. Hofe, Der Vorsitz im Schwurgericht (1901). 
Die Hauptverhandlung vor den Schwurgerichten weicht von der gewöhnlichen Haupt— 
verhandlung in folgenden Punkten ab: 
J. Die Hauptverhandlung beginnt hier mit der Bildung der Geschworenenbank 
durch Auslosung der Geschworenen aus der Spruchliste, woran sich die Vereidigung der 
Geschworenen anschließt (88 278 -288 St. P. O.). 
Die Auslosung vollzieht sich so, daß der Vorsitzende die Namen der Geschworenen 
aus der Urne zieht in der Reihenfolge, in der er sie zu greifen bekommt, und daß nach 
Aufruf eines jeden Namens die Staatsanwaltschaft und der Angeklagte eine etwaige Ab— 
lehnung zu erklären haben, und zwar die Staatsanwaltschaft zuerst. Ablehnungen sind 
so viele zulässig, als nicht das Zustandekommen der Geschworenenbank vereitelt wird, d. h. 
es müssen jedenfalls zwölf Geschworene (und, wenn Ergänzungsgeschworene zugezogen 
werden, noch so viel Geschworene, als zur Ergänzung herangezogen werden) übrig bleiben. 
Zur Auslosung kann geschritten werden, wenn von den 30 auf der Spruchliste stehenden 
Geschworenen nach Ausscheidung der kraft Gesetzes ausgeschlossenen mindestens 24 an— 
wesend sind. Die Zahl der zulässigen Ablehnungen schwankt also zwischen 12 (24-12) 
und 18 (30— 12). Zwischen Staatsanwaltschaft und Angeklagtem werden die Ablehnungen 
zleichmäßig verteilt; beläuft sich deren Zahl auf 18, 15, 17, so hat der Angeklagte eine 
Ablehnung mehr als die Angeklagebehörde. Sind der Angeklagten mehrere, so üben sie 
die Ablehnung gemeinschaftlich aus; kommt eine Einigung zwischen ihnen nicht zu stande, 
so werden die Ablehnungen unter sie verteilt, und zwar, wenn es nicht anders geht, 
durch Los. 
Für jede Hauptverhandlung wird eine besondere, aber auch nur eine Geschworenen— 
bank gebildet (arg. F 278 St. P.O.); die Zahl der Sitzungstage ist gleichgültig. Erstreckt 
sich eine Hauptverhandlung auf mehrere Sitzungstäge, so ist selbstverständlich nicht 
für jeden Tag eine neue Bank zu bilden. Stehen umgekehrt an einem Sitzungstage 
mehrere Strafprozesse hintereinander zur Verhandlung, so ist im Prinzip für jeden Straf— 
— 
tative Ausnahme vor. 
II. Alle auf das Prozeßverhältnis bezüglichen Entscheidungen (Beschlüsse, 
Formalurteile) sind Sache der drei Berufsrichter (des „Gerichtshofs“). Findet der 
Gerichtshof das Prozeßverhältnis mangelhaft, so stellt er das Verfahren ein; die Ge—
	        

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Encyklopädie Der Rechtswissenschaft. Duncker & Humblot [u.a.], 1904.
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