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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Monograph

Identifikator:
894756680
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-9497
Document type:
Monograph
Author:
Gehrke, Franz http://d-nb.info/gnd/138934983
Title:
Bremens Warenhandel und seine Stellung in der Weltwirtschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1910
Scope:
1 Online-Ressource (126 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster Teil. Besprechung des Warenhandels Bremens
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

190 
Hauptbahnen, Paecificrailroads, durch das ganze Land zu konzessionieren, 
dem die Einzelstaaten keinen Widerspruch entgegen stellen durften, 
wie überhaupt in dieser Hinsicht die KEinzelstaaten ein sehr grosses 
Entgegenkommen zeigten und die Anlage von Eisenbahnen in ausser- 
ordentlicher Weise erleichterten. Die Eisenbahnen haben dort eine ganz 
andere Bedeutung gehabt als in Europa, da sie das ganze Land erst 
aufzuschliessen berufen waren. Sie waren nicht, wie hier, eine Er- 
gänzung und Verbesserung eines bereits bestehenden Strassennetzes, 
sondern sie bildeten meistens die erste Verkehrsstrasse in bisher noch 
ankultivierten Landstrichen, und die Regierungen begünstigten durch 
ausgedehnte Landschenkungen die Nutzbarmachung der Anlage. So 
herrschte bis 1869 eine ausserordentliche Freiheit des Kisenbahnbaues. 
Seitdem begann besonders die landwirtschaftliche Bevölkerung eine 
Staatsaufsicht zu verlängen, um der Tarifwillkür zu steuern, durch 
welche geradezu unhaltbare Zustände herbeigeführt waren. Für den 
nächsten Verkehr, wo die Bahnen ein unbedingtes Monopol hatten, 
wurden die Tarifsätze extrem in die Höhe getrieben, mitunter selbst 
den Preisen der Produkte fortdauernd angepasst, indem sie mit: ihnen 
stiegen und sanken und damit die günstigen Konjunkturen nicht der 
Land- und Gartenwirtschaft, sondern den Eisenbahnen zugute kommen 
liessen. 
Eine weitere Folge der zu ungezügelten Eisenbahnfreiheit war die 
ausserordentliche Zahl von Bankrotten der Eisenbahnen, die in öfters 
wiederkehrenden Krisen 1857, 1872, 1873, 1883, 1893 dem Publikum 
bedeutende Vermögensverluste brachten. Von 1870—97 wurden nicht 
weniger als 752 Eisenbahnen bankrott; 1893 allein 132, über 25000 
englische Meilen umfassend (Swaine, Economic aspects of Railway 
receiverships, New-York 1898). . 
Hatten einzelne Staaten schon Anfang der siebziger Jahre be- 
sondere staatliche Aufsichtsbehörden eingerichtet, welchen namentlich 
ein weitgehender Einfluss auf die Festsetzung der Tarife eingeräumt 
war, so war damit doch keine gründliche Abhilfe erreicht, weil die 
Staaten den mächtigen Gesellschaften gegenüber nicht überall die 
Macht hatten, die Bestimmungen auch wirklich durchzusetzen. Kine 
prinzipielle Aenderung hat erst das „interstate commerce law“ vom 
4. Februar 1887, ergänzt durch Novelle vom 2. März 1889, erreicht. 
S. Hill, Jahrb. f. Nat.-Oek., 1892, 3. F., IV. Bd.). Durch dasselbe 
wurde ein Bundeseisenbahnamt eingesetzt, welches die Interessen des 
Publikums im zwischenstaatlichen Verkehre zu überwachen und der 
Willkür der Tarifierung durch die Bahnen Grenzen zu setzen hatte. 
Bei der ausserordentlichen Zersplitterung der Bahnen war die Aufgabe 
dieses Zentralamtes natürlich eine sehr schwierige, gleichwohl ist 
namentlich in der ersten Zeit sein Einfluss ein. erheblicher gewesen, 
allmählich ist er in höherem Masse abgeschwächt, weil es bei den 
Gerichten nicht die nötige Unterstützung fand. Inzwischen haben die 
Fusionen der Bahnen auch dort wie in England grosse Fortschritte 
zemacht, wodurch der Einfluss der Gesellschaften noch wesentlich ge- 
wachsen ist.
	        

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United States. Gov. Pr. Off., 1928.
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