Full text : Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

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Die  Kosten  der  Betriebskraft.
Unter  den  Betriebskosten  einer  Kraftmaschine 1 )
hat  man  zu  verstehen  „die  Summe  aller  Aufwendungen  (mittelbare
und  unmittelbare),  welche  zur  Erzeugung  der  motorischen  Nutzleistung ­
  zu  machen  sind“ 2 ).  Die  Kosten  können  auf  das  Betriebsjahr ­
  und  die  ganze  Anlage,  oder  auf  die  Leistungseinheit  und  Stunde
bezogen  werden.  Um  die  Selbstkosten  der  Leistungseinheit  (Pferdestärke) ­
  für  die  Betriebsstunde  bestimmen  zu  können,  müssen  vorerst
die  Gesamtkosten  für  das  Betriebsjahr,  die  mittlere  Belastung  der
Maschine  und  die  jährliche  Betriebsstundenzahl  berechnet 3  4 )  werden.
Die  Gesamtkosten  setzen  sich  zusammen 1 )  aus:
I.  Anschaffungskosten  der  Anlage  (A  n  1  a  g  e  k  ö  s  t  e  n).
II.  Betriebskosten:
a)  direkte  Ausgaben.
a)  Kosten  der  Kraft.
ß)  Instandhaltung  und  Reparaturen  der  Anlage  sowie  Hilfsmaterial. ­

Y)  Bedienung.
b)  Besondere  Ausgaben.
b)  indirekte  Kosten:  Abschreibung  und  Verzinsung  des
Anlagekapitals,  Anteil  an  allgemeinen  Betriebskosten  (z.  B.
Beleuchtung,  Heizung,  Anschlußgleise).
')  Für  Nichtfachleute  einige  Bemerkungen:  Nach  der  Zweckbestimmung
unterscheidet  man  Kraft-  und  Arbeitsmaschinen,  je  nachdem  durch  die  Maschine
eine  Kraftäußerung  oder  eine  Arbeitsleistung  im  engeren  Sinne  erzielt  wird;  die
letzteren  werden  unterschieden  in  ortsverändemde  (transportierende)  und  formverändemde
  (transformierende).  Die  belebten  oder  Kraftmaschinen  lassen  sich
unterscheiden  in  Wasser-,  Wind-,  Wärme-  und  elektrische  Kraftmaschinen.  Die
zuletzt  genannten  sind  die  wichtigsten.  Die  Wärme-Kraftmaschine  kann  mit
indirekter  Ausnutzung  der  erzeugten  Wärme  (Dampf-  und  Gasluftmaschinen)  oder
mit  direkter  Ausnutzung  der  Arbeit  (Gasmaschinen  bei  gasförmigen,  Benzin-,
Petroleum-  und  Spiritnsmaschinen  für  flüssige  Brennstoffe)  arbeiten.  Die  elektrischen ­
  Kraftmaschinen  (Elektromotoren)  können  für  Gleich-,  Wechsel-  oder
Drehstrom  konstruiert  sein.  Die  Elektromotoren  (Stromverbraucher)  wandeln  die
elektrische  Energie  in  mechanische  um,  benötigen  also  Maschinen,  welche  elektrische ­
  Kraft  erzeugen  (Stromerzeuger,  Dynamos).  Bei  den  modernen  Gaskraftmaschinen ­
  sind  Wärmeerzeugung  und  -Verwertung  örtlich  und  zeitlich  vereint.
2 )  Lewicki,  Die  Wirtschaftlichkeit  und  Betriebssicherheit  moderner  Kraftanlagen ­
  im  Vergleich  mit  Sauggeneratoren,  Gaskraftanlagen,  1904,  S.20.  Erhard  t,
Über  das  wirtschaftliche  Verhältnis  von  Gichtgasmotoren  und  Dampfmaschinen
im  Verhüttungsgebiet  der  Minette.  Stahl  und  Eisen,  Nr.  11  von  1905.
3 )  Die  Berechnung  erfolgt  für  effektive  PS.  Das  Verhältnis  zwischen  wirklichen ­
  (effektiven)  PS.,  die  von  der  Maschine  als  Kraft  entnommen  werden  können,
und  den  indizierten  PS.  bezeichnet  man  als  den  Wirkungsgrad  der  Maschine.
Z.  B.  indiziert  85,  effekt.  63  PS.,  Wirkungsgrad  =  63  :  85  =  74  °/ 0  der  im  Zylinder
geleisteten  Arbeit  können  wirklich  entzogen  werden.
4 )  Vgl.  Marr,  Kosten  der  Betriebskräfte.  Berlin  1901.
            
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