Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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Schließlich  hat  man  noch  Sparkassen  und  sparkassenähnliche ­
  Einrichtungen,  um  das  Barzahlungsprinzip  auch  in  Notfällen ­
  durchzuführen.  Die  Konsumvereine  geben  in  ihren  Verteilungsstellen ­
  sogenannte  Sparmarken  in  kleineren  Betrügen  (in  der  Regel
zwischen  10  und  50  Pfg.)  aus,  die  die  Mitglieder  auf  Karten  kleben
und  sie  dem  Verein  zur  Verzinsung  einreichen.  Das  Sparmarkensystem ­
  ist  infolge  der  bequemen  Einzahlung  sehr  beliebt.  Es  zeigt  sich
dann  besonders  nützlich,  wenn  größere  Bezahlungen,  wie  für  Kohlennnd
  Kartoffellieferungen,  zu  machen  sind,  die  mit  den  im  Laufe  des
Jahres  angesammelten  Sparbeträgen  ganz  oder  teilweise  geleistet  werden ­
  können.  Manche  Vereine  begegnen  diesen  größeren  Ausgaben
der  Mitglieder  dadurch,  daß  sic  den  Mitgliedern  Lieferungen  auf  die
meist  im  Herbst  zu  zahlende  Rückvergütung  machen.  Kohlenlieferungen ­
  werden  vielfach  auf  diese  Weise  schon  im  Sommer  gemacht,
damit  die  Mitglieder  von  den  billigeren  Sommerpreisen  profitieren
können.  Hier  wäre  auch  noch  das  Bestehen  eines  „freiwilligen
Notfonds"  zu  erwähnen.  Er  bildet  eine  sparkassenähnliche  Einrichtung, ­
  die  sich  vom  Notfonds  der  „Produktion"  dadurch  unterscheidet, ­
  daß  die  Einzahlungen  freiwillig  erfolgen.  Von  einer  eigentlichen ­
  Sparkasse  unterscheidet  sich  der  freiwillige  Notfonds  dadurch, ­
  daß  die  Rückzahlung  der  eingezahlten  Beträge  nur  in  Notfällen
geschieht.  Der  Vollständigkeit  halber  erwähne  ich  hier  noch  die  Gewährung ­
  von  nicht  rückzahlungspflichtigcn  Unter  st  ützungen  aus
dem  Unterstützungsfonds.  Das  ist  das  letzte,  was  eine  Konsumgenossenschaft ­
  für  ein  in  äußerste  Not  geratenes  Mitglied  tut,  um  es  vor
dem  Untergang  zu  bewahren.
Die  Arten  der  Unterstützungen  sind  also  sehr  mannigfaltig,  sie
alle  dienen  dem  einen  Zweck,  das  von  den  Konsumvereinen  so  schwer
erkämpfte  Prinzip  der  Barzahlung  auch  in  Notfällen  hochzuhalten.
Die  Auszahlung  der  Unterstützungen  geschieht  vorzugsweise  nicht  in  bar,
sondern  der  Verein  stellt  besondere  „W  a  r  e  n  a  n  w  e  i  s  u  n  g  e  n"  aus,
die  für  die  Entnahme  von  Bedarfsartikeln  bis  zu  einer  bestimmten
Höhe  in  den  Abgabestellen  berechtigen.  Nicht  immer  wird  man  aber
die  Barauszahlung  von  Unterstützungen  umgehen  können.
Wie  gering  der  P  r  o  z  e  n  t  s  a  tz  der  in  Konsumvereinen  auf  Kredit
gegebenen  Bedarfsgüter  ist,  sehen  wir  aus  den  Durchschnittszahlen  der
einzelnen  Verbände  und  Unterverbände?)  Die  Außenstände  betrugen
im  Zentralverbande  deutscher  Konsumvereine  im
Jahre  1913  nur  0,6«/«  des  Umsatzes.  Im  Jahre  1908  betrugen  sie

7 )  Jahresbericht  des  Zentralverbandes  für  das  Jahr  1913,  S.  308.
            
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