Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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(besser  Entnahmebuch)  eintragen  und  dieses  beim  Betreten  des
Ladens  in  einen  dazu  bestimmten  Kasten  legen.  Bei  der  Bedienung
wird  dann  das  unterste  Buch  immer  zuerst  vom  Vcrteilungspersonal
herausgenommen.  Ausnahmen  davon  gibt  es  natürlich  auch  hier,  doch
sind  dafür  andere  Gründe  maßgebend  als  im  Erwerbsgeschäft,  so  z.  Bwenn
  ein  Mitglied  nur  einen  Artikel  verlangt,  der  vielleicht  nicht
einmal  abgewogen  zu  werden  braucht.  Das  vorherige  Eintragen  in
ein  besonderes  Entnahmebuch  gibt  auch  der  Verteilerin  die  Möglichkeit, ­
  Artikel,  die  zusammen  liegen,  zusammen  zu  holen.  Sie
ist  nicht  gezwungen,  verschiedene  Male  an  dieselbe  Stelle  zu  laufen,
wie  das  sonst  der  Fall  ist.  Das  bedeutet  eine  nicht  geringe  Kostenersparnis. ­
  Das  Eintragen  der  gewünschten  Bedarfsartikel  zu  Hause
hat  auch  die  Folge,  daß  die  Mitglieder  gezwungen  sind,  ehe  sie  zur
Abgabestelle  gehen,  über  das  nachzudenken,  was  sie  überhaupt
der  Verteilungsstelle  entnehmen  wollen.  Nach  Irma  Wolfs  scheint
das  sonst  nicht  immer  der  Fall  zu  sein:  „Wie  die  Zeit  des  Einkaufens
nicht  der  Ueberlegung  wert  erscheint,  so  gibt  man  sich  vorher  auch
nicht  die  nötige  Mühe,  genau  zu  überlegen,  was  man  einkaufen  will
oder  äußert  sich  im  Geschäft  nicht  genau  darüber,  wie  der  betreffende
Gegenstand  sein  soll"?)  Ein  weiterer  Vorteil  für  den  Konsumverein
besteht  darin,  daß  durch  das  vorherige  Eintragen  nicht  so  manches
vergessen  wird,  das  dann  später  beim  nächsten  Kleinhändler  geholt ­
  wird.
Wenn  in  den  Konsumvereinen  zuweilen  darüber  geklagt  wird,
daß  das  Verteilungspersonal  nicht  freundlich  und  entgegenkommend ­
  genug  sei  —  hier  haben  wir  also  das  gerade  Gegenteil
der  Verhältnisse  in  den  Erwerbsgeschäften  —,  so  beruht  das  wohl
darauf,  daß  das  allgemeine  Bildungniveau  der  konsumgenossenschaftlichen ­
  Angestellten  ziemlich  niedrig  ist.  Das  Personal  entstammt,
lote  wir  gesehen  haben,  durchweg  den  untersten  Schichten.  Mit  dem
allgemeinen  Aufsteigen  der  niederen  Klassen  und  mit  Rücksicht  darauf,
daß  die  Konsumgenossenschaften  den  Bildnngsstand  ihres  Personals
durch  Wort  und  Schrift  immer  mehr  zu  heben  suchen,  dürfte  aber
dieser  Uebelstand  zurücktreten  und  allmählich  verschwinden.  Jedenfalls ­
  ist  er  nicht  darin  zu  suchen,  daß  sich  in  der  Konsumgenossenschaft
zwei  gleichberechtigte  Genossen  in  den  Personen  der  Verteiler  und
Entnehmer  gegenüberstehen.  Der  Uebelstand  liegt  nicht  im  Wesen
des  organisierten  Konsums  selbst,  sondern  ist  eine  wirtschaftlich  beb)

  Arch.  f.  SozW.  12,  894.  Die  Verfasserin  hat  besonders  die  Frauen
der  besseren  Stände  im  Auge.  Es  dürfte  aber  auch  auf  die  anderen  zutreffen.
            
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