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ohne jedoch die unökonomischen Verhältnisse in den Erwerbsgeschäften
nachzuahmen.
Dadurch, daß im Konsumverein Zeit, Ort und Form der Entnahme
von Bedarfsartikeln nicht ganz der Willkür der Konsumenten
überlassen sind, sondern auch der Produzent (hier die Verwaltung)
einen gewissen Einfluß darauf hat, hat es im Konsumverein ermöglicht,
die Nachteile der sogenannten stillen G e s ch ä f t s st u n d e n
etwas zu mildern.
Die stillen Geschäftsstunden machen sich im Konsumverein in
stärkerem Maße bemerkbar als in den Privatgeschäften, was sich aus
dem einseitig zusammengesetzten Abnehmerkreis der Konsumgenossenschaften
erklärt. Die meisten Mitglieder sind den Tag über vollauf
beschäftigt und machen ihre Haupteinkäufe erst gegen Abend. Besonders
konzentriert sich die Bedarfsdeckung auf die Lohnzahlungstage,
speziell auf Freitag und Samstag abend. In vielen Vereinen
hat man deshalb, um eine schnellere Bedienung an den genannten
Tagen zu ermöglichen, die Bestimmung erlassen, daß es sehr erwünscht
sei, wenn die Mitglieder ihre Bestellungen mitsamt den
Körben schon morgens oder sogar einen ganzen Tag vorher bringen,
damit die Verteilungsgüter in den stillen Geschäftsstunden schon
bereitgestellt werden können. Ferner werden die Mitglieder immer
wieder darauf hingewiesen, soweit es möglich ist, in den ersten Wochentagen
vormittags oder am ftühen Nachmittag ihre Bedarfsgüter
zu entnehmen. Diese absichtlichen Einschränkungen der Konsumentenwillkür,
die im Erwerbsgeschäft wenigstens bei der heutigen Ordnung
der Dinge nur sehr schwer durchführbar wäre, haben sich zum Teil
in den Konsunivereinen schon gut eingebürgert. Allerdings haben
diese Maßnahmen nicht genügt, um den Uebelstand ganz zu beseitigen.
Wie in den Privatgeschäften ist es auch in den Konsumgenossenschaften
üblich, die stillen Geschäftsstunden durch Abpacken
der Güter auszufüllen. Sicherlich wäre das wenig ökonomisch,
wenn hier nicht besondere Umstände vorlägen, denn die Packerinnen
im Zentrallager würden es viel billiger tun. Bei Kaffee ist es sogar
kaum durchführbar, da die Qualität des Kaffees einbüßen würde.
Für diesen Artikel hat man denn auch maschinelle Verpackungseinrichtungen
im Zentrallager eingeführt. Durch eine Kombination von
Abwiegen, Abpacken und Herstellen der Tüten ist es gelungen, zirka
30 Tüten Kaffee in der Minute abgabefertig zu machen. Bei anderen
Artikeln ist das Abpacken am Zentrallager aus praktischen
Gründen weniger empfehlenswert. Mehl z. B. in abgepacktem Zustande
stapelt sich sehr auf, und die Tüten gehen auch leicht auf.