Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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Bei  Brennmaterialien,  Kartoffeln  und  Getränken
liegt  die  Sache  anders.  Aus  verschiedenen  Gründen  bezieht  ein
großer  Teil  der  Konsumenten  diese  Bedarfsgüter  auf  Vorrat.  Es
handelt  sich  also  um  größere  Mengen,  die  geliefert  werden  müssen.
Für  die  einzelnen  Konsumenten  würde  es  da  zu  umständlich  sein,  die
Spedition  selbst  zu  übernehmen,  weshalb  der  Lieferant  die  Hauslieferung ­
  organisiert  hat.
Das  Moment,  seinen  Kunden  „entgegenzukommen",  hat  natürlich ­
  zur  Einführung  aller  Hauslieferungen  wesentlich  beigetragen.
In  der  konsumgenossenschaftlichen  Gütervermittlung,  wo  man
alles  auf  die  einfachste  ökonomische  Formel  zu  bringen  sucht,  haben
sich  auch  in  bezug  auf  die  Hauslieferungsfrage  Besonderheiten  herausgebildet, ­
  die  ich  in  folgendem  bei  der  Behandlung  der  einzelnen
Artikel  noch  streifen  werde.  Dort  werde  ich  auch  vou  den  Schwierigkeiten ­
  der  konsumgenossenschaftlichen  Hauslieferungen  zu  sprechen
haben.
Die  Milch  Verteilung.  Die  Vermittlung  von  Milch  haben
erst  wenige  Konsumvereine  in  eigene  Regie  genommen?)  Milch  ist
bekanntlich  ein  schwer  zu  behandelnder  Artikel,  der  leicht  verdirbt.
Weitere  Schwierigkeiten  erwachsen  aus  dem  schwankenden  Milchertrag ­
  der  Kühe,  weshalb  es  nötig  ist,  besondere  Regulierstellen,
Molkereien,  einzurichten,  wozu  kleine  Vereine  naturgemäß  nicht  imstande ­
  sind?)  Dazu  konimt,  daß  den  Prinzipien  der  Konsumgenossenschaften ­
  gemäß  nur  hygienisch  einwandfreie  Milch  geliefert  werden
darf  und  außerdem  Schaffung  humaner  Arbeitsbedingungen  eine  der
ersten  Pflichten  konsumgenossenschaftlicher  Tätigkeit  ist.  Gerade  die
beiden  letzten  Momente  haben  viele  große  Vereine  von  der  Milchlieferung ­
  bis  jetzt  noch  ferngehalten?)
Die  Verteilung  der  Milch  wird  von  einzelnen  Vereinen  selbst
übernommen,  andere  Vereine  überlassen  die  Verteilung  den  Lieferanten. ­
  Das  letztere  trifft  z.  B.  auf  den  Bielefelder  Konsumverein
zu.  Von  denjenigen,  die  die  Verteilung  selbst  übernehmen,  kann  es
direkt  oder  durch  die  Verteilungsstellen  oder  ans  beide  Arten  geschehen.
Der  Konsumverein  „Eintracht"  in  Essen  kennt  nur  die  direkte  Milchlieferung, ­
  und  zwar  in  die  Häuser  der  Mitglieder.  Dieser  Verein  hat

*)  Am  weitesten  geht  darin  die  Konsumgenossenschaft  „Produktion"  in
Hamburg,  die  einen  Teil  der  Milch  auf  ihrem  Landgute  selbst  produziert.
2 )  Vgl.  S.  38.
3 )  Die  Konsumvereine  Mannheim  und  Frankfurt  a.  M.  suchen  durch  Beteiligung ­
  an  „Milchzentralen"  einen  Einfluß  auf  die  Milchlieferung  zu  gewinnen. ­

            
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