Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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waren  zu  gleichem  Preise  und  in  gleicher  Qualität  wie  an  jeden  anderen
Käufer  abzugeben  und  dabei  den  Mitgliedern  des  Vereins  für  den  gekauften
Betrag  Rabattmarken  sogleich  zu  verabfolgen.
Ferner  verpflichte  ich  mich,  die  Marken  gegen  Zahlung  von  6o/o  Rabatt
rechtzeitig  von  der  Kasse  des  Konsum-Vereins  Z.  zu  entnehmen  und  dafür!
Sorge  zu  tragen,  daß  ich  solche  stets  in  genügender  Menge  vorrätig  habe.
Schließlich  verpflichte  ich  mich,  andere  Rabattmarken  als  die  des  Konsum-Vereins
  Z.  und  die  des  Z.  Beamten-Dereins  nicht  zu  führen?)
Zum  Ankauf  von  Marken  von  den  Mitgliedern  des  Vereins  bin  ich
nicht  berechtigt,  ebenso  steht  es  mir  nicht  zu,  ihnen  den  Rabatt  auszubezahlen.
Im  Uebertretungsfall  ist  der  Konsum-Verein  Z.  berechtigt,  mir  die  Marken
jederzeit  zu  entziehen.
Z  ,  den  10.  Dez.  1913.
Firma:  1.  I.
Wie  aus  dem  Vertragstext  hervorgeht,  ist  der  Vertrag  ein  einseitiger. ­
  Nur  der  Lieferant  bindet  sich.  Auch  das  ist  wieder
charakteristisch  für  den  steigenden  Einfluß  der  Konsumgenossenschaften.
Weshalb  die  einzelnen  Bestimmungen  in  den  Vertrag  aufgenommen
werden  mußten,  geht  aus  nachfolgenden  Betrachtungen  hervor.
Der  Lieferantenverkehr  spielte  in  den  Anfängen  der  Konsumentenbewegung ­
  in  Deutschland  eine  sehr  wichtige  Rolle.  Manche  Vereine ­
  betrieben  nur  das  Lieferantengeschäft/)  bei  andern  überwog  es
im  Vergleich  zum  Eigengeschäft.  Erst  allmählich  trat  mit  größerem
Uebergang  zum  Eigengeschäft  eine  Aenderung  ein.  Die  Umsätze 7 )  im
LieferantengeschäftZ  betrugen  in  den  Jahren
1903  1906  1910  1912  1913
M.  M.  M.  M.  M.
16  286  069  19  436  783  27  455  633  31321421  32  856  191
3  504  471  4184  440  3  215  828  4  856  114  —
—  —  4  256  077  4  884196
24103  000  29  987  100  37  740500  42  442100  46  484  200

Im  Zentralverband
im  Allg.  Verband
im  Reichsverband
in  sämtl.  deutschen
Konsumvereinen

Auch  heute  ist  also  noch  eine  Zunahme  im  Lieferantenverkehr
zu  konstatieren.  Bei  einem  Vergleich  mit  den  Umsätzen  in  der  Eigenvermittlung ­
  der  Konsumvereine  sehen  wir  aber,  daß  der  Umsatz  im
Eigengeschäft  sich  seit  1903  verdreifacht  hat  (siehe  Tabelle  S.  217),
der  des  Lieferantenverkehrs  nur  verzweifacht  iu  der  -  gleichen  Zeit.
bj  Dieser  Passus  ist  nicht  in  allen  Verträgen  enthalten.
6 )  Der  erste  derartige  Verein  scheint  die  „Providentia"  in  Offenbach  a.  M.
gewesen  zu  sein,  die  Anfang  der  60er  Jahre  gegründet  wurde.
7 )  Die  in  früheren  und  späteren  Kapiteln  angegebenen  Umsätze  beziehe»
sich  stets  nur  auf  das  Eigengeschäft.
s)  Nach  den  Jahresberichten  des  Zentralverbandes  und  des  Rcichsver--bandes
  für  1913.
            
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