Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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sparvereine  auf  Grund  des  ^  1  des  Gesetzes  gegen  den  unlauteren
Wettbewerb  angenommen  wird.  Zum  Nachteil  für  den  Lieferanten
kann  allerdings  die  Gewährung  eines  Sonderrabatts  werden,  wenn
die  rabattberechtigten  Käufer  glauben,  daß  der  Sonderrabatt  von  ihnen
bezahlt  werden  müsse  und  sie  sich!  deshalb  von  dem  betr.  Geschäft  zurückziehen; ­
  ein  Fall,  der  aber  selten  eintritt.
Der  Lieferantenverkehr  hat,  wo  er  vernünftig  gehandhabt  wird,
eine  Menge  von  Kleinhändlern  in  mehr  oder  weniger  große  A  bh
  äugig  keil  von  den  Konsumgenossenschaften  gebracht.  Die  Abhängigkeit ­
  macht  sich  dann  besonders  bemerkbar,  wenn  der  Umsatz
mit  den  Konsumvereinen  einen  wesentlichen  Teil  des  Gesamtumsatzes
des  Erwerbsgeschäftes  ausmacht.  Nach  dem  oben  Gesagten  bringt
diese  Abhängigkeit  dem  Lieferanten  aber  nur  Vorteile.  Der  Konsumvereiu
  selbst  vermindert  durch  einen  gut  organisierten  Lieferantenverkehr ­
  die  Zahl  seiner  Gegner.  Staudinger  hebt  dies  mit  den
Worten  hervor:  „Alle  diejenigen,  welche  durch  den  Konsumverein
auch  als  Produzenten  vorteilhaften  Anschluß  und  Sicherheit  der
Existenz  finden,  sind  ja  eben  damit  der  Kontaktwirkung  der  monopolistischen ­
  Konsumvereinsgegner  entrückt  und  dafür  in  einen  Kontakt
mit  der  Konsumentenorganisation  gebracht."^)  Allzusehr  darf  nun
der  Kleinhändler  doch  nicht  auf  das  Wohlwollen  der  Konsumvereine
bauen.  Sobald  die  Konsumgenossenschaft  stark  genug  ist  und  ihr
keine  gesetzlichen  Hindernisse  entgegenstehen,  vermittelt  sie  die  Artikel
des  Lieferantenverkehrs  im  Eigengeschäft  und  macht  damit  den
früheren  Lieferanten  Konkurrenz,  wie  wir  es  in  Basel  besonders
deutlich  beobachten  konnten.  Der  Lieferantenverkehr  ist  nur  ein
Notbehelf,  der  deshalb  heute  uoch  so  ausgebreitet  ist,  weil  die
Warenhaussteuer  iu  großen  Bundesstaaten,  insbesondere  in  Preußen,
die  Konsumvereine  in  ihrer  natürlichen  Entwicklung  hemmt.  Verschwindet ­
  diese  Steuer  oder  kann  sie  umgangen  werden,  so  wird  der
Lieferantenverkehr  rapide  abnehmen.  An  seinen  systematischen  Ausbau ­
  wird  deshalb  von  den  Konsumgenossenschaften  nicht  gedacht.
Auch  mit  äußeren  Einflüssen  muß  der  den  Lieferantenvertrag ­
  eingehende  Kleinhändler  rechnen.  Der  Inhaber  eines  größeren ­
  Manufakturwarengeschäfts  im  Rheinland  erzählte  mir,  daß  ihm
der  Vertrag  gekündigt  worden  sei,  weil  er  die  Marken  des  Rabattsparvereins ­
  nicht  aufgeben  wollte.  Er  hatte  dadurch  einen
Minderumsatz  von  70  000  M.  Fast  gleichzeitig  hatte  ihm  denn
auch  der  Rabattsparverein  mit  der  Kündigung  seiner  Marken  bzw.

16)  Staudinger,  a.  a.  O.  S.  79.
            
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