Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

198

lege.  Können  wir  also  hier  kaum  einen  Unterschied  in  bezug  auf
die  Handlungsfreiheit  konstatieren,  so  ist  allerdings  in  anderen  Punkten ­
  das  Gegenteil  der  Fall,  z.  Bl-  bei  Erwerb,  Veräußerung  und
Belastung  von  Grundeigentum,  Einführung  neuer  Geschäftszweige,
für  die  besondere  Herstellungsräume  erforderlich  werden  usw.
(s-  88  20,  30  und  37  Anm.  des  Statutenauszugs  im  Anhang).
Nicht  iinmer  muß  aber  die  Einschränkung  der  Berfügungs-  und
Handlungsfreiheit  ein  Nachteil  sein.  In  einer  ganzen  Reihe  von
Fällen  wird  eine  vorherige  Beratung,  verbunden  mit  Abstimmung,
nur  vorteilhaft  sein  können.  Ohne  den  Rat  anderer  zu  hören  und
auf  ihn  zu  achten,  handelt  ja  auch  der  private  Inhaber  nicht,  obwohl ­
  er  die  Verfügungsfre'iheit  hat.  Ich  glaube,  daß  Vorteile  und
Nachteile  sich  hier  aufheben.
Hirsch  spricht  außerdem  von  der  leichteren  Kapitalbeschaffung ­
  der  kapitalistischen  Filialbetriebe.  Nach  allem,  was  ich
feststellen  konnte,  fällt  den  Konsumgenossenschaften  die  Kapitalbeschaffung ­
  nicht  schwer.  Die  enormen  Summen,  die  ihnen  aus  den  G  eschäftsanteilen
  (mag  der  Beitrag  des  einzelnen  Mitglieds
auch  nur  20  bis  30  Mark  betragen,  der  Beitrag  ließe  sich  sicher  noch
in  den  meisten  Vereinen  erhöhen)  zufließen  —  die  eingezahlten  Geschäftsguthaben ­
  betrugen  im  Zentralverband  6,6  o/o 9  10 )  vom  Umsatz
=  31  Millionen  Mark  im  Jahre  1913  —,  ferner  die  stetig  anwachsenden ­
  Reserven  —  im  Zentralverband  4,7o/o  des  Umsatzes
=  über  22  Millionen  Mark  im  Jahre  1913  —,  die  Hausante ­
  i  l  e  und  Hausobligationen,  die  in  kleinen  Beträgen  ausgestellt ­
  und  von  den  Mitgliedern  übernommen  werden  —  sie  betrugen ­
  im  Zentralverband  1,2  o/ 0  des  Umsatzes  —  über  5  Millionen
Mark  im  Jahre  1913  —,  die  Spareinlagen  der  Mitglieder  —
im  Zentralverband  14,4  o/o  vom  Umsatz  (1913)  —,  das  alles  sind  Kapitalien, ­
  die  entweder  eigenes  Kapital  der  betreffenden  Genossenschaften ­
  oder  von  den  Mitgliedern  anvertraute  Gelder  darstellen.
Besonders  stark  stiegen  die  Spareinlagen.  Sie  betrugen  im
Jahre  1903  zirka  6  Millionen  Mark,  im  Jahre  1913  68  Millionen
Mark  gegen  64  Millionen  Mark  im  Vorjahres")  ,,Die  Konsumgenossenschaften ­
  des  Zentralverbandes  haben  längst  aufgehört,  nur
Konsumgenossenschaften  zu  sein,  sie  sind  zugleich  auch  Spargenossen-9

 )  Diese  und  die  folgenden  Zahlen  entnehme  ich  dem  Jahresbericht  des
Zentralverbandes  deutscher  Konsumvereine  für  1913.
10 )  In  diese  Zahlen  einbegriffen  sind  auch  die  Anlehen,  sie  sind  aber  nach
den  Angaben  von  H.  Kaufmann  nur  ganz  minimal.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.