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1899 machten die deutschen Konsumgenossenschafter eine Stu
dienreise nach England, wo sie starke Anregungen erfuhren,
die besonders auch der deutschen Großeinkaufsgesellschaft zugute kamen,
welche daraufhin reorganisiert wurde.
Mit Beginn des neuen Jahrhunderts geht dann auch eine rapide
Entwicklung vor sich. Der Umsatz von nahezu 8 Millionen Mark
im Jahre 1900 verdoppelt sich im folgenden Jahre auf über 15 Mil
lionen. Weitere Reisende werden angestellt und neue Zweiglager in
den Hauptabnehmerbezirken geschaffen. Auch veranstaltet die G. E. G.
nun W aren au sst ellun g en gelegentlich der Generalversamm
lungen und bei anderen offiziellen Anlässen.
Das Wichtigste aber im neuen Entwicklungsstadium ist der Ueber-
gang zur Eigenproduktion. Der erste Schritt hierzu war die
Errichtung einer Kaffeerösterei. Es folgte dann die Herstellung von
Seife, Zigarren, Kautabak, Zündhölzern und Mostrich. Die Seifen
fabrik befindet sich in Gröba-Riesa in Sachsen; sie hatte im Jahre
1913 einen Umsatz von über 6 Millionen Mark. In Gröba ist auch
die Mostrichfabrik. Eine zweite Seifenfabrik wird dieses Jahr in
Düsseldorf eröffnet. Die Zigarrenfabriken befinden sich in Hamburg,
Frankenberg und Hockenheim in Baden. Die Kautabakfabrik ist in
Nordhausen und die Zündholzfabrik in Lauenburg an der Elbe. Es
handelt sich bei diesen Betrieben um moderne, technisch und hygienisch
vollkommene Einrichtungen, die die höchsten Löhne der betr. Branchen
zahlen. Im Laufe dieses Jahres werden in Gröba-Riesa zwei weitere
Betriebe, eine Teigwarenfabrik und eine Kistenfabrik eröffnet. Die
G. E. G. ist damit der Verwirklichung ihrer Aufgaben einen Schritt
näher gerückt. Der § 2 des Gesellschaftsvertrages lautet nämlich:
„Der Gegenstand des Unternehmens ist, Konsumvereinen und ähn
lichen Wirtschaftsvcreinigungen durch Betreiben von Handelsgeschäf-
ten und durch eigene Herstellung und Fabrikation Kolonialwaren,
Materialwaren, Landesprodukte, Produkte und Fabrikate der Lebens
und Genußmittelbranche, Lebens-, Haushaltungs- und Wirtschafts
bedürfnisse aller Art, Bekleidungsgegenstände gut und preiswert zu
beschaffen, sowie Bankgeschäfte aller Art gewerbsmäßig zu betreiben."
Der Wert der in der Eigenproduktion der Großeinkaufsgesell
schaft deutscher Konsumvereines) hergestellten Bedarfsgüter betrugt)
1610 M, 3 400 000
1911 „ 6 542 910
8 a) Die Großeinkaufszentrale des Reichsverbandes dürfte auch in Kürze
zur Eigenproduktion übergehen.
8 b) Jahresbericht des Zentralverbandes für 1913 S. 518.