Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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häufig  geschieht.  Andere  Ausdrücke,  die  für  Ueberschuß  gebraucht
werden,  sind  G  esch  äfts  er  trüg  nis,  Erübrigung  und  Ers
  p  a  r  n  i  s.  Das  letzte  Wort  ist  besonders  gut  gewählt,  es  bringt
deutlich  zum  Ausdruck,  um  was  es  sich  bei  dem  Plus  der  Konsumgenossenschaften ­
  handelt:  Es  ist  eine  Ersparnis  der  Konsumenten,  die
sich  ihre  Bedarfsgüter  selbst  vermitteln,  gegenüber  denjenigen,  die
beim  Händler  kaufen.  Von  verdienen  oder  ein  Geschäft
machen  kann  demzufolge  auch  keine  Rede  sein;  denn  es  wird  ja  nur
erspart.  Das  Wort  Geschäft  habeil  wir  schon  früher  in  der
Bedeutung  von  Laden  kennen  gelernt.  Hier  an  dieser  Stelle  bedeutet
es  soviel  wie  etwas  vorteilhaft  kaufen  oder  verkaufen.  Das  Wort  hat
noch  eine  weitere  Bedeutung,  wenn  es  in  der  Verbindung  gebraucht
wird:  Im  Fleischgeschäft  wurden  nur  2  o/o  Ueberschuß  erzielt,  im  Gemüsegeschäft ­
  4«/o  usw.  Das  Wort  ließe  sich  durch  Brauche,  Zweig
usw.  ersetzen.  Ferner  hat  man  den  Ausdruck  Geschäftsbericht.  Hier
würde  man  Rechnungsbericht  sagen  können.  Im  allgemeinen  hat
man  aber  bis  heute  von  diesen  Ausdrücken  abgesehen.  In  Wirklichkeit ­
  trägt  das  Wort  „Geschäft"  außer  in  der  Verbindung  „ein  Geschäft ­
  machen"  auch  uichts  Erwerbsmäßiges  an  sich.  Geschäft  ist
einfach  das  Abstraktum  zu  „schaffen".  Man  spricht  z.  B.  auch  von
Staatsgeschäften.  Früher  war  Geschäftsmann  gleichbedeutend  mit
Staatsmann.  In  letzter  Zeit  wendet  man  das  Wort  allerdings ­
  vornehmlich  auf  Handelsgeschäfte  an. 8 )  Zur  besseren  Unterscheidung ­
  würde  man  deshalb  vielleicht  immerhin  gut  tun,  das  Wort,
je  nach  seiner  Bedeutung,  durch  ein  anderes  in  der  konsumgenossenschaftlichen ­
  Sprache  zu  ersetzen.  Das  geschieht  auch  heute  scholl  häufig
bei  dem  Ausdruck  Lieferautengeschäft,  wofür  mau  Lieferantenverkehr 8 )
sagt.
Ich  habe  damit  die  hauptsächlichsteu  Abwcichuugen  iu  der  Sprache
der  konsumgenosseuschaftlichen  Bedarfsgüterverteilung  von  dem  gewöhnlichen ­
  Sprachgebrauche  unter  dem  Einfluß  des  erwerbsmäßigen
Warenvertriebs,  angeführt.  Nicht  alle  angeführten  Ausdrücke  sind
in  der  Praxis  schon  durchgedrungen.  Die  Bezeichnungen  Verteiler
und  Verteilerin  für  Verkäufer  uud  Verkäuferin  werden  wohl  noch
fast  nirgends  angewandt.  Nur  bei  Austrägern  von  Brötchen  und
von  Milch  habe  ich  den  Ausdruck  Verteiler  gefunden.  Trotzdem  spricht
man  aber  sehr  häufig  von  Warenverteilung  und  von  Warenverteilungspersonal. ­
  Unter  Verteilungspersonal  versteht  man  dabei  vielfach

8 )  Vgl.  Kluge,  Etymologisches  Wörterbuch.
9)  Vgl.  S.  181  ff.
            
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