Full text : Die deutsche Hausindustrie

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ill.  Kap.:  Umfang  der  Hausinduftrie  in  Deutfchland

fchiede  find,  um  [o  weniger  find  die  Verfchiedenheiten  in  der  Erhebung  wirkfarn
  gewefen,  um  fo  ficherer  find  Verfchiebungen,  Zu-  oder  Abnahmen  anzunehmen. ­
  Die  Wahrfcheinlichkeit  einer  folchen  Verfchiebung  wird  noch  erhöht, ­
  falls  fowohl  die  Angaben  der  Unternehmer  wie  der  Hauptgewerbetreibenden ­
  eine  Änderung  in  derfelben  Richtung  ergeben.  So  können  immerhin  einige
wichtige  Entwicklungstendenzen  innerhalb  des  Hausgewerbes  und  feiner  Zweige
aus  einer  Vergleichung  der  Statiftiken  abgeleitet  werden.
Die  Zahlen  für  das  Hausgewerbe  find,  wie  fchon  bemerkt  wurde,  durch
die  Hausgewerbetreibenden  und  durch  die  Unternehmer  ermittelt  worden.
Wir  halten  uns  im  folgenden  (mit  dem  „Reichsarbeitsblatt“)  an  die  von  den
Hausgewerbetreibenden  angegebenen  Zahlen.
Der  zahlenmäßige  Umfang  der  Hausinduftrie  überhaupt  ergibt  fich  aus
folgender  Darfteliung:

Betriebe

Haupt-Neben.



Hausgewerbetreibende  Perfonen

überhaupt

betriebe

betriebe

j  überhaupt

männliche

weibliche

1907

315  668

279  558

36  110

405  263

170712

234  551

1895

342  557

300  901

41  656

457  984

256  131

201  853

+  —

—  26  889

—  21  343

—  5  546

—  52  721

—  85  419

+  32  698

m  %

—  7,85

-7.09

—  13,3!

—  11,5!

—  33,35

+  16,20

Die  Zahl  der  hausgewerblichen  Betriebe  und  Perfonen  hat  demnach  feit
1895  erheblich  abgenommen,  ähnlich  wie  in  dem  Zeitraum  zwifchen  den  beiden
Zählungen  von  1882  und  1895.  ^  Nur  die  weiblichen  Heimarbeiter  machen
eine  Ausnahme  mit  dem  Wachstum  ihrer  Zahl  um  16,2  Prozent.
Auf  das  verfchiedene  Maß  des  Rückgangs  in  den  Haupt-  und  Nebenbetrieben
ift  kein  großes  Gewicht  zu  legen,  da  die  Grenzen  zwifchen  beiden  Arten  fließende ­
  find,  und  die  Entfcheidung,  ob  Haupt-  oder  Nebenbetrieb,  vielfach  willkürlich ­
  ift.  Sie  hängt  davon  ab,  ob  die  in  einem  Betriebe  befchäftigten  Perfonen
diefe  Tätigkeit  als  ihren  Hauptberuf  auffaffen  bzw.  angeben  oder  nicht.  Wichtig
zu  bemerken  ift,  daß,  da  eine  nebenberufliche  Tätigkeit  nicht  gerechnet  wird,
Nebenbetriebe  folche  ohne  Perfonenangaben  find.
')  Nach  den  Angaben  der  Unternehmer  für  den  Stichtag  der  Zählung  wurden  1907
482  436,  1895  dagegen  490  711  Hausgewerbetreibende  ermittelt;  es  ergibt  fich  alfo
auch  hiernach  eine  Abnahme.  Die  Unternehmer  haben  nun,  ebenfo  wie  die  Hausgewerbetreibenden, ­
  1907  auch  die  Höchftzahi  der  Hausgewerbetreibenden  angegeben,
1895  dagegen  die  Durchfchnittszahl.  Die  Höchftzahi  nach  Angabe  der  Unternehmer
beläuft  fich  1907  auf  606  361.  Stellt  man  nun  diefer  auffallend  hohen  Ziffer,  zu  deren
Erklärung  das  früher  über  die  Unfernehmerangaben  üefagte  beachtet  werden  mu|z,
die  Durchfchnittsziffer  von  1895,  nämlich  490  711,  gegenüber,  fo  ergibt  fich  eine  Zu.
nähme  der  Hausgewerbetreibenden  von  115  650.  Eine  folche  Gcgenüberftellung
ift  jedoch  meines  Erachtens  nicht  zuläffig.
            
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