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Bekleidungsfürsorge.
Eine flaailiche Regelung des Verbrauchs mufj Ver
lagen, wenn nicht die verftändnisvolle, freiwillige Mit
wirkung aller Schichten der Bevölkerung in Stadt und
Land zu Hilfe kommt und jeder Deuifche im Innerflen
davon durchdrungen ifl, dajj diefe Mitwirkung ebenfo
vaterländifche Pflicht ift, wie die Hingabe von Leib und
Leben im Kampfe an der Front.
(Hindenburg)
chon im Oktober 1914 hatte der Nationale Frauendienft
Barmen, unterftüt^t von der Wohlfahrtzentrale, eine „Flick-
ftube“ eingerichtet. Getragene Kleidungsftücke wurden dort
ausgebe|fert und umgearbeitet, um zu Weihnachten an Be
dürftige verfchenkt zu werden. War damals der leitende
Gedanke die Befchäftigung Arbeitslofer und die Unterftütmng Bedürftiger,
fo wandelte [idi der Gefichtspunkt mit der zunehmenden Knappheit an
Stoffen aller Art: Konnte Weihnachten 1915 auch immer noch eine gro|ie
Anzahl von Familien durch Kleidungsftücke erfreut werden, fo trat dodi
im Laufe des Sommers 1916 die Ab|icht des wirtfchaftlicken Ausgleichs bei
der Verwertung getragener Kleidungsftücke in den Vordergrund. Es galt
möglichft weitgehendes Erfaßen aller überflüffigen Beftände. Am 31. Juli 1916
erfolgte daher durch den Nationalen Frauendienft eine Sammlung in der
ganzen Stadt.
Das Ergebnis betrug: Frauenkleidung 3975 Stück, Frauenwäfche S17,
Knabenkleidung 728, Mädchenkleidung 829, Mädchenwäfche 386, Herren
kleidung 3635, Herrenwäfche 1110, Schuhe 597 Paar, Pantoffel, Strümpfe,
Bettwäfche, Gardinen, Tifchtücher, Steppdecken, Schlafdecken, Ki|fen, Bett
tücher, Badetücher ufw.ufw. Der Wert belief [ich auf Mk. 22000.—. Die Sachen
wurden in der freundlichft hoftenlos zur Verfügung geftellten Reinshagenfdien