Full text: Wissenschaftlicher Sozialismus, Kommunismus, Anarchismus und Bolschewismus

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Der 2. Abschnitt schildert das Verhältnis der Kommunisten zu den Prole 
tariern. Sie sind keine besondere Partei gegenüber den arÄeren Parteien, 
,-die Kommunisten sind praktisch der entschiedenste, immer weiter treibende 
Teil der Arbeiterparteien aller Länder, sie haben theoretisch vor der übrigen 
Masse des Proletariats die Einsicht in die Bedingungen, den Gang und die 
allgemeinen Resultate der proletarischen Bewegung voraus, Die tatsäch 
lichen Verhältnisse des Klassenkampses schassen selber den Kommunismus, 
„Ihr entsetzt Euch darüber, daß wir das Privateigentum aufheben wollen. 
Aber in Euerer bestehenden Gesellschaft ist das Privateigentum für neun 
Zehntel ihrer Mitglieder aufgehoben, es existiert gerade dadurch, daß es 
für neun Zehntel nicht existiert. Ihr werft uns also vor, daß wir ein Eigen 
tum aufheben wollen, welches die Eigentumslosigkeit der ungeheuren Mehr 
zahl der Gesellschaft als notwendige Bedingung voraussetzt," (S. 400 
Der erste Schritt in der Arbeiterrevolution wird die Erhebung des 
Proletariats zur herrschenden Klasse, die Erkämpfung der Demokratie fein, 
„Das Proletariat wird feine politische Herrschaft dazu benutzen, der Vour- 
goisie nach und nach alles Kapital zu entreißen, alle Produktionsinstru 
mente in den Händen des Staates, d, h, des als herrschende Klasse organi 
sierten Proletariats zu zentralisieren und die Masse der Produktionskräfte 
möglichst zu vermehren," >(S, 44.) Diese Diktatur des Proletariats ist aber 
— und das kann unseren, Bolschewisten und Spartakisten nicht angelegent 
lich genug zugeschrien werden — nur vorübergehend. Denn, „wenn das 
Proletariat im Kampfe gegen die Bourgoifie sich notwendig zur Klasse 
vereint, durch eine Revolution sich zur herrschenden Klasse macht und als 
herrschende Klasse gewaltsam die alten Produktionsverhältnisse aufhebt, so 
hebt es mit diesen Produktionsverhältnissen die Existenzbedingungen des 
Klassengegensatzes, die Klassen überhaupt und damit seine eigene Herrschaft 
als Klasse auf. An die Stelle der alten bürgerlichen Gesellschaft mit ihren 
Klassen und Klassengegensätzen tritt eine Assoziation, worin die freie Ent 
wickelung eines jeden die Bedingung für die freie Entwickelung aller ist," 
(S. 45.) Rach einer Darlegung der sozialistischen und kommunistischen Lite 
ratur im 3, Abschnitt schließt dann der 4, Abschnitt „Stellung der Kommu 
nisten zu den verschiedenen oppositionellen Parteien" das ganze welt 
geschichtliche Dokument mit den berühmten lapidaren Sätzen: „Die Kommu 
nisten verschmähen es, ihre Ansichten zu verheimlichen. Sie erklären es of 
fen, daß ihre Zwecke nur erreicht werden können durch den gewaltsamen 
Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung, Mögen die herrschenden 
Klassen vor einer kommunistischen Revolution zittern. Die Proletarier ha 
ben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten, Sie haben eine Welt zu 
gewinnen, Proletarier aller Länder vereinigt Euch," (S, 86.) 
Klassenkampf bedeutet also im marxistischen Sinne nicht etwa einen 
Kampf der Arbeiterschichten um bessere- Löhne und überhaupt um materiell 
günstigere Daseinsbedingungen, sondern den Kampf für eine völlige Neu 
ordnung der Gesellschaft, - 
Und die Behauptung erscheint wohl wahrlich als nicht zu kühn, daß 
gerade Märx selber über die heutige Ausgestaltung der „Weltrevolutian" 
des Proletariats, die sich immer mehr und mehr in blinde, unvernünftige
	        
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