Full text : Die Fabriksparkasse

arbeitersehaft  und  75%  der  zugelassenen  Beamten.  Da
der  Arbeiterwechsel  unter  den  jüngeren  Leuten,  den  sogenannten ­
  Hüttenläufern,  die  oft  mehrere  Male  in  einem
Jahre  eine  andere  Arbeitsstelle  nehmen,  für  die  Sparsache
also  nicht  sonderlich  in  Betracht  kommen  können,  nicht
unerheblich  ist,  so  ergibt  sich,  daß  etwa  75%  des  eigentlichen ­
  Arbeiterstammes  an  der  Einrichtung  beteiligt  sind.
Das  Durchschnittsguthaben  beträgt  zurzeit,  auf  den
Kopf  des  Teilnehmers  gerechnet,  rund  400  Jl,  das  gesamte
bei  der  städtischen  Sparkasse  in  Essen  angelegte  Guthaben ­
  der  Sparer  über  7%  Millionen  Mark.
Wie  der  Verkehr  mit  diesen  Sparern  sich  abwickelt,  sei
an  der  Zahltüte,  wie  sie  bei  der  Firma  Krupp  bei  der  Ausgabe ­
  von  Löhnen  und  Gehältern  benutzt  wird,  erläutert:
Auf  der  Vorderseite  dieser  Tüte  befindet  sich  die  Verdienstabrechnung. ­
  Bruttolohn,  Abzüge  für  Pensions-  und
Krankenkasse  usw.  sowie  Kettolohn  sind  hier  verzeichnet.
Die  Biickseite  ist  mit  einem  Aufdrucke  versehen,  der  die
Spareinrichtung  betrifft,  und  zwar  findet  sich  in  der  Mitte
ein  kleines  Formular,  das  nur  mit  wenigen  Worten  auszufüllen ­
  ist  und  den  Verkehr  zwischen  Sparer  und  Sparstelle ­
  vermittelt.  An  allen  Werkseingängen  sind  Briefkästen ­
  zur  Aufnahme  von  Sparerklärungen  angebracht.  —
ISl  eben  dem  Formularaufdrucke  findet  sich  ein  kurzer  Auszug ­
  aus  den  Bestimmungen.  Über  jede  Einlage  wird  auf
der  Verschlußklappe  der  Tüte  quittiert.  Mit  der  Einführung ­
  dieses  Zahltütenaufdrucks  gegen  Schluß  des  ersten
Sparjahres  stieg  die  Zahl  der  Sparer  innerhalb  14  Tagen
um  400%  gegenüber  den  Vormonaten.  Der  fortwährende
Hinweis  bei  jeder  Lohn-  oder  Gehaltszahlung  —  also  im
richtigen  Augenblick  —-  und  die  Mitwirkung  der  Frauen
und  Mütter,  die  erst  durch  diesen  Aufdruck  auf  die
bequeme  und  vorteilhafte  Spargelegenheit  hingewiesen
wurden,  haben  neben  der  einfachen  Handhabung  —  die
Tüte  ist  nur  durchzuschneiden,  das  Formular  mit  wenigen
Worten  auszufüllen  —  zu  diesem  überraschenden  Ergebnisse ­
  geführt.
Das  Sparbureau  veranlaßt  nach  Eingang  der  Erklärungen ­
  die  Verrechnung  mit  den  Löhnen  und  Gehältern, ­
  stellt  den  Sparern  einen  Ausweis  zu,  besorgt
überhaupt  alles  Weitere.  Jeder  Sparer  erhält  nach  Schluß
des  Rechnungsjahres  einen  Kontoauszug,  auf  dem  auch
die  Losnummern  vermerkt  sind.
Flugschriften.  8.  3
            
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