Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

Bewcgnngswidcrstände.  105
berechnen,  indem  man  die  gesamte  Druckfläche  der  Lokomotive  mit  dem  der  sekundlichen  Fahrgeschwindigkeit ­
  (—  Windgeschwindigkeit  jener  Skala)  entsprechenden  Winddruck  mal  nimmt.
Als  letzter,  auf  Bergstreckcn  auch  gewichtigster  Widerstand  ist  der  auf  Steigungen
auftretende  zu  nennen;  er  wird  durch  die  Schwerkraft  hervorgerufen.  Bezieht  nian  die
Steigung  der  Bahn  nach  Abb.  68  auf  1000  m  Horizontallänge  und  drückt  sie  durch  einen
echten  Bruch  des  Nenners  1000  aus,  z.  B.  i°  gibt  nach  einem  Gesetze  der  Mechanik
der  Zahler  x  die  Größe  des  Widerstandes  an,  den  die  Hebung  von  je  einer  Tonne  (1000  kg)
Wagenlast  auf  dieser  Strecke  verursacht.  Statt  -  Pflegt  man  gewöhnlich  x°/ 00  zu  schreiben.

to  io  ¿0  W  SO  60  jo  »0  pokmStd.
67.  Versuche  von  JlcaStmiie  über  LuufunderstiinLc  der  Lokomotiven  und  Wogen
uns  uluserrchter  gerudrr  Strecke.

Wagen  über  eine  Steigung  von  250  °/ 00  (1:4)  gebracht  werden,  so  bedingt  das  eine  Zugkraft ­
  von  250  X  20  =  5000  kg  (nur  für  das  Heben!)  ohne  Berücksichtigung  des  Eigenwiderstandes. ­
  Aus  diesem  erheblichen  Einfluß  der  Steigungen  auf  die  Größe  der  Zugwiderständc
folgt  ohne  weiteres,  daß  eine  Lokomotive,  welche  im  Flachlande  lange  Züge  mit  gewisser
Geschwindigkeit  befördert,  über  steile  Gebirgsstrecken  nur  wenige  Wagen  mit  gleicher
Geschwindigkeit  zu  ziehen  vermag.  Bei  einer  bestimmten  Steigung  kann  sie  keinerlei  Nutzlast
mehr  befördern,  sondern  nur  noch  sich  selbst,  darüber  hinaus  hört  auch  letzteres  auf.  So
vermag  beispielsweise  die  38  500  kg  schwere,  dreiachsige  Güterzuglokomotive  der  preußischen
Staatsbahnen  bei  15  km  Geschwindigkeit  in
der  Stunde  folgende  Wagenlasten  in  Tonnen
(—  je  1000  kg)  zu  befördern:
Aus  wagerechtcr  Strecke  2800  t
-----  =1:500  .  1380  „
=  1:100.  .  415  „
25  %ö  =  1:  40  .  .  148  „
84°/ot  =  1 :  12  •  ■  0„

Auf  der  Steigung  2  "l 00
10°/o„-SteigmrgsvrrKöttnis

  x  “

Auf  einer  Rampe  von  1:12  Steigung  ist  die  Lokomotive  also  nur  noch  imstande,  sich  selbst
und  ihren  etwa  28'/-  t  schweren  Tender  hinaufzufahren.  Vorstehende  Werte  vermindern  sich
noch  mit  zunehmender  Fahrgeschwindigkeit  und  auf  kurvenreichen  Gleisabschnitten.  Bei  45  km
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