Schwellenschienen.
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gewalzt, auf der Kreissäge zerteilt, auf großen Pressen dnrchgebogen und mit Löchern
für die Schieneubefestigung versehen. In England werden sie zum Schutze gegen Rost
in warmem Zustande mit Teer überzogen. — Eiserne Schwellen finden namentlich in
holzarmen Gegenden und in Ländern Verwendung, wo das Holz durch Ameisen und
klimatische Einflüsse bald zerstört würde. Sie haben auch in Deutschland, Österreich und
der Schweiz vielfach Anwendung gefunden.
Das Festhalten des Schienenfußes durch Klemm
plättchen nach Abb. 131 u. 137 ist bei eisernen Oberbau
arten beliebt. Neben einer sehr wirksamen Verbindung
gestatten sie durch Wahl verschiedener Zapfenbreite eine
einfache Herstellung der weiter unten erörterten Spur
erweiterung und verhindern durch eine einfache Aus-
klinkung der Laschen, in die sie gesetzt werden, das Wan
dern der Schienen. Wir finden sie deshalb bei Haupt- wie
bei Neben- und Kleinbahnen. Die beiden höchstgelegenen
europäischen Bergbahnen, die Gornergrat- und die Jung
fraubahn wenden sie ebenso an, wie die mit Eisenguer-
schwellen belegten Strecken unserer Hauptbahnen oder die llOain-Kleinbahn bei Wallücke.
Haarmann, der sich um die Ausbildung des eisernen Oberbaues große Verdienste er
worben hat, verbesserte die Querschwellenanordnung durch die 1882 zur Einführung
gelangte und nach ihm benannte Hakenplatte. Dieselbe besitzt nach Abb. 137 mehrere
Haken, die eine höchst einfache Befestigung der Schienen mit der Schwelle gestatten. Sie
hat namentlich auf deut
schen Bahnen größere Ver-
137. Kchremmükfestigaiig durch Hake»-
plttttt und Atrnmiptättchrn (K).
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breitung gefunden und
in ihrer neuesten Form als
„Zapfenplatte" 1899 izg. Kartwichs Schwrltralchiene.
auch in China zur Anwen
dung gebracht. Bis zum Frühjahre 1899 waren von der Hakenplatte 24 200 000 Stück,
entsprechend einem Gleis von rund 11 000 Länge, hergestellt.
Stuhlschienen findet man selten durch Eisenschwellen gestützt. Tie Engländer ziehen
im allgemeinen Holzschwellen vor, gleiches gilt von dem an Wäldern reichen Nordamerika.
Nach dem oben geschilderten Vorgänge Barlows sind auch für die stetige Unter
stützung der Fahrschienen durch Langschwellen eine Anzahl verschiedenartiger Oberbau-
139. Kaarmanns Ktratzrnbahri - Oberbau mit Kchnhschicne.
HO. Niiten- oder PhiiniL-
schicnc für Straßenbahnen
Unordnungen zu mehr oder weniger ausgedehnter Anwendung gelangt. Wir nennen hier
nur die Bauarten Hilf, Hohenegger, Haarmann. Keine derselben hat aus die Dauer den
Erwartungen entsprochen, keine hat sich den mannigfaltigen Angriffen im Betriebe als
genügend widerstandsfähig erwiesen. Teils sind sie wieder entfernt und durch Quer
schwellenoberbau ersetzt, teils werden sie noch einstweilen aufgebraucht. Deutschland
und Österreich sind die Hauptversuchsländer hierfür gewesen.
Bildet man Fahrschicne und Langschwelle als ein Ganzes aus, so erhält man die ein
teilige Schwellenschiene, wie sie nach früherem schon 1849 von Barlow all „ - '