Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

202

Eisenbahnen:  Die  Lokomotive.

Infolgedessen  war  auch  der  Koksverbrauch  der  „Sanspareil"  ungewöhnlich  groß.
Dennoch  zeigte  sich  diese,  solange  sie  fahren  konnte,  in  Bezug  auf  Leistungsfähigkeit ­
  der  „Rakete"  mindestens  ebenbürtig.  Ihre  Dampfentwickelung  war
trotz  der  kleineren  Heizfläche
um  etwa  1 / 3  größer  als  die
der  letztgenannten  Lokomotive.
Auch  die  „Novelty"  erfüllte,
solange  sie  fuhr,  die  Bedingungen. ­
  Sie  fand  wegen
ihrer  zierlichen  Bauart  sogar
die  meisten  Anhänger,  aber
„Rocket"  allein  hatte  von  Anfang ­
  an  genügt.  Ihr  wurde
der  Preis  zuerkannt  und  dieser
von  den  Direktoren  je  zur
Hälfte  an  R.  Stephenson  und
an  Booth  ausgezahlt.  —
Nach  diesen  Probefahrten  ersetzte ­
  Stephenson  die  beiden
einseitigen  Ausblasemündungen ­
  der  Abdampfröhren
durch  ein  nach  Art  der  „Sanspareil"
  angeordnetes  Blasrohr. ­
  Dessen  Wirkung  steigerte
die  Dampfentwickelung  so  sehr,
daß  die  „Rakete"  nunmehr
das  dreifache  wie  vordem  zu  leisten  vermochte.  Auch  „Sanspareil"  und  „Novelty"  erzielten ­
  später  nach  gründlicher  Ausbesserung  höhere  Leistungen  als  am  Rainhiller  Tage,
wie  nachstehende  Übersicht  lehrt.

Dampfcylinder

Gewicht

Aus  ebener  Strecke:

Heiz-Rost-



  Tender

durchschnittbeförderte



Lokomotive

fläche

fläche

Durch-.
meffer

Hub

•Sag
S

(betriebsfähig) ­


liche  Fahrgeschwindigkeit ­


Wagenlast
einschl.  des
Tenders

qm

qm

mm

mm

mm

kg

km

kg

s  ursprünglich

12,8

0,51

203

419

1435

4572

22,2

12  954

Rocket:  <  mit  richtigem

s  Blasrohr

„

„

„

„

„

21,6
22,g
16,1

40  640

Sanspareil^ursprmrgl'ch

8,1g

©

178

457

1372

4850

14  478
60  960

Novelty:  {  ursprünglich

3,88

0,16

152

305

1270

2743

24,1
12,9

8128
28  956

Nach  der  Entscheidung  der  „Lokomotivschlacht",  wie  die  Engländer  gern  das  Wettfahren ­
  bei  Rainhill  nennen,  wurden  seitens  der  Verwaltung  der  Liverpool-Manchesterbahn ­
  8  Lokomotiven,  darunter  „Northumbrian"  (S.  204),  der  Stephensonschen  Fabrik  in
Bestellung  gegeben.  Sie  erhielten  bereits  eine  Rauchkammer  und  80  bis  90  Feuerrohre
von  51  min  Weite,  was  die  Heizfläche  auf  28  gm  hob.  Ferner  wurden  die  Dampfcylinder
etwas  flacher  geneigt,  als  bei  der  „Rakete",  um  die  bei  letzterer  während  einer  jeden  Radumdrehung ­
  auftretenden  heftigen  Federschwingungen  zu  ermäßigen  und  eine  ruhigere  Gangart ­
  bei  höherer  Fahrgeschwindigkeit  herbeizuführen,  woran  es  jene  noch  sehr  fehlen  ließ.
Auch  Hackworth  arbeitete  alsbald  einen  neuen  Entwurf  für  eine  Personcnzuglokomotive
  aus.  Nach  Colburn  übergab  er  ihn  am  3.  März  1830  der  Fabrik  von
Stephenson  L  Co.  zur  Ausführung.  Die  Anordnung  dieser  Lokomotive,  „Glob  e"  genannt,
ist  für  den  Lokomotivbau  von  maßgebender  Bedeutung  geworden.  Die  Dampfcylinder
waren  wage  recht  unter  den  Kessel  und  innerhalb  der  Räder  gelegt,  so  daß  die  Treib-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.